James Murray wurde am 7. Februar 1837 in Denholm (Schottland) geboren. Nach seiner Schulzeit arbeitete er als Lehrer und in der Bankverwaltung, bevor er 1879 die Herausgeberschaft von A New English Dictionary on Historical Principles übernahm — dem Wörterbuch, das heute als Oxford English Dictionary (OED) bekannt ist. Dessen erste Lieferung erschien (laut OUPblog) am 1. Februar 1884, womit das OED fast zeitgleich mit seinem wichtigsten Herausgeber Geburtstag feiern kann. Murray blieb dessen Herausgeber bis zu seinem Tod.

Das OED war und ist ein ähnliches Mammutprojekt wie das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm: Der erste komplette Band erschien 1888, der letzte Teilband der ersten Auflage 1928. 1933 wurde das Wörterbuch in zwölf Bänden plus einem Ergänzungsband noch einmal komplett veröffentlicht und erhielt dann auch den heutigen Titel Oxford English Dictionary. Wenn es eine (wenn auch nicht immer unwidersprochene) Autorität in Sachen englischer Wortschatz gibt, dann ist es seitdem dieses Wörterbuch.

1989 erschien eine zweite Auflage in 20 Bänden, bis 1997 kamen noch drei Ergänzungsbände hinzu. Eine dritte Auflage ist geplant, um deren Erscheinen und Erscheinungsform gibt es jedoch immer wieder mal Spekulationen. Es wird vermutet, dass die dritte Auflage vom Umfang her noch einmal doppelt so stark wie die zweite Auflage sein könnte.

James Murray wurde 1908 zum Ritter geschlagen und bekam im Laufe seines Lebens die Ehrendoktorwürde an neun Universitäten verliehen. Er starb am 26. Juli 1915 im Alter von 78 Jahren in Oxford, kurz nachdem er noch den Abschnitt Trink–Turndown für das OED fertiggestellt hatte.

Weitere Literatur zu James Murray: Oxford DNB article, Wikipedia
Zum OED: History of the OED (oed.com), Wikipedia

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