Gerade einen Blick in den Ausspracheduden (4. Aufl. aus dem Jahr 2000) geworfen, um nachzuschlagen, welche Aussprache dort für das e in Lexikographie verzeichnet wird. Ich hätte ja ein halboffenes [ε] erwartet, und das finde ich auch in den Einträgen zu lexigraphisch, Lexik, Lexikograph, Lexikologie usw. — aber im Eintrag zu Lexikographie steht ein halbgeschlossenes [e]: [leksiko …]. Der Eintrag zu Lexikographie ist der einzige, der in dieser Hinsicht aus der Reihe fällt. Wieso? Ich kann es mir nicht erklären. Lexikologie ist von der Silbenzahl und der Betonung identisch, hat aber [ε]. Bis auf weiteres bin ich also der Auffassung, dass es sich hier um einen Fehler handelt. Um bei der Duden-Sprachberatung anzurufen, bin ich zu geizig. Soll ich noch Geld dafür bezahlen, dass ich sie auf ihre Fehler aufmerksam mache?

Wenn es denn ein Fehler ist, so ist es sicherlich nicht der einzige — und das soll hier auch keine vernichtende Kritik sein, denn gänzlich frei von Fehl und Tadel ist wohl niemand. Ich werde auch in Zukunft nicht zu jedem Einzelfehler, den ich in irgendeinem Wörterbuch finde, einen Eintrag posten. Aber da das hier das lexikographieblog (mit e oder ε?) ist, in diesem Fall eben doch.

PS: Wenn ich mich dafür interessieren würde, wie man Lexika ausspricht, fände ich dort die Verweisangabe „vgl. Lexikon“. Bei Lexikon ist dann tatsächlich auch die Aussprache der Pluralform verzeichnet, aber warum dieser Umweg? Eine Ausspracheangabe für Lexika direkt bei diesem Lemma wäre sogar kürzer als die Verweisangabe, das Platzargument trifft hier also nicht zu (mag sein, dass dies in anderen Fällen nicht so ist). Wichtiger aber: Dem Benutzer wäre sofort geholfen. Statt dessen muss er so noch einmal ein neues Lemma suchen, dessen Aussprache ihn eigentlich gar nicht interessiert. Ganz praktisch finde ich das nicht.