Zu den Gemeinplätzen über Internet-Wörterbücher gehört dieser: Sie können viel schneller und einfacher aktualisiert werden als gedruckte Wörterbücher oder elektronische Offline-Wörterbücher — es ist ja im Prinzip nur eine Aktualisierung einer Datenbank notwendig, auf die die Wörterbuchmacher ja hoffentlich Zugriff haben.

Dazu ein kleiner Praxistest. Das Wort Vuvuzela ist nun schon seit einigen Wochen im Umlauf und wird in den vergangenen Tagen geradezu inflationär verwendet (offensichtlich haben wir derzeit keine größeren Probleme als etwas Trötenlärm "aus der Hölle", aber das nur am Rande). Falls irgendjemand trotzdem noch nicht wissen sollte, wie dieses afrikanische Blasinstrument geschrieben wird oder was sich hinter dem Ausdruck verbirgt, könnte dieser Irgendjemand auf den Gedanken kommen, ein aktuelles (aktualisiertes?) Internet-Wörterbuch zu benutzen. Dies würde unser Irgendjemand finden:

Die meisten Internet-Angebote der (im Printbereich) etablierten Wörterbuchverlage geben kein gutes Bild ab, Pons ist die rühmliche Ausnahme. Aber auch das (meines Wissens) reine Internetangebot Woxikon kennt die Vuvuzela nicht. Bei Wikipedia und Wiktionary war man schneller. Kein Wunder, wenn die Wissenshungrigen und -durstigen dann lieber diese Angebote benutzen und den Verlagen die Kunden wegbrechen.

Aber wir (und das bedeutet: ich) wollen ihnen noch eine zweite Gelegenheit geben, ihr Können zu beweisen. Von der neuzeitlichen afrikanischen Tröte hin zu einem deutlich älteren Instrument, auf das ich durch die Frage des Tages bei Geo.de aufmerksam geworden bin: die Crwth. Wer wissen will, was das ist, findet hoffentlich eine Antwort in den Wörterbüchern:

Diesmal sieht die Situation etwas anders aus: Duden und Bertelsmann nutzen ihre zweite Chance, Pons muss dafür passen. Die Wikipedia beweist ihre Vielfältigkeit, Wiktionary offenbart Lücken. Und der große Name Langenscheidt kann zum zweiten Mal nicht helfen, ebensowenig der mittelgroße Name Wahrig und der noch eher kleine Name Woxikon.

Es zeigt sich also ein gemischtes Bild: Wenn es um ältere und (das behaupte ich jetzt einmal) seltenere Wörter wie Crwth geht, zeigt sich hie und da doch eine breite Datenbasis — aber nicht überall. Was aber die schnelle Aktualisierung angeht, müssen gerade die großen alten Namen überwiegend passen. Noch so eine hehre Idee aus der theoretischen Lexikographie, die praktisch kaum umgesetzt ist.