Angeregt durch eine Meldung im Südkurier habe ich es mir nicht verkneifen können, einmal in den Internet-Wörterbüchern nachzusehen, ob das doch mittlerweile nicht mehr ganz junge Verb gruscheln dort aufgeführt ist. Stichwort „Schnelle Aktualisierbarkeit von Internet-Wörterbüchern“. Das Ergebnis ist — wieder einmal, wir erinnern uns an die Vuvuzelas — niederschmetternd:

Nur zwei Treffer, einer davon bei Wikipedia (was kaum jemanden überraschen dürfte), der andere bei Pons — dem Wörterbuch, das sich auch schon bei der Vuvuzela ausgezeichnet hatte. Hier scheint ein Angebot tatsächlich auf dem neuesten Stand gehalten zu werden (was auch an der Benutzerbeteiligungsfunktion „Neuen Eintrag vorschlagen“ liegen mag — die allerdings beim Woxikon ebenfalls vorhanden ist und im vorliegenden Fall nicht fruchtbar war).

Dass bei Langenscheidt kein Eintrag vorliegt, ist kein Fehler, da es sich bei gruscheln wohl nicht um ein Fremdwort handelt — anders als im genannten Zeitungsartikel angedeutet, wo, meines Erachtens fälschlicherweise oder missverständlich, der Ausdruck Neoanglizismus fällt. Duden, Bertelsmann, Wahrig — Fehlanzeige. Vielleicht liegt es daran, dass es sich hier um ein Wort handelt, dass doch weitgehend innerhalb eines relativ engen Bereichs, innerhalb eines Online-Angebots eines bestimmten Herstellers verwendet wird? Oder daran, dass sich die Wortschöpfer selbst sträuben, eine Definition zu geben (siehe insbesondere den Wikipedia-Eintrag)? Vielleicht ist es aber auch ein weiterer Hinweis darauf, dass die renommierten Verlage es nicht für besonders wichtig erachten, ihre (kostenlosen) Internet-Wörterbücher aktuell zu halten.