Die Adventszeit ist angebrochen und damit die Ankunft der Jahresrückblicke und der mehr oder weniger geflügelten Wörter des Jahres eingeläutet. Den Anfang macht der Langenscheidt-Verlag mit dem Jugendwort des Jahres. Das lautet für 2010 … *tusch*: Niveaulimbo.

Aus der Pressemeldung:

Beeindruckt hat die diesjährige Jury, die trotz ihrer äußerst heterogenen Besetzung ihre Entscheidung einstimmig getroffen hat, die Zusammensetzung der beiden Begriffe „Niveau“ und „Limbo“ zu einem neuen selbstständigen Wort mit einer völlig anderen Bedeutung. Mit der Neuschöpfung „Niveaulimbo“ bezeichnen die Jugendlichen ein „ständiges Absinken des Niveaus“, vor allem in Bezug auf aktuelle TV-Formate, aus dem Ruder laufende Partys und sinnlose Gespräche. Die Jury begründete ihre Wahl mit der Aussage, dass durch „Niveaulimbo“ die gegenwärtige Entwicklung der TV-Landschaft im Hinblick auf ihre Unterhaltungsformate von den Jugendlichen kritisch beäugt und entsprechend kommentiert wird.

Was die völlig andere Bedeutung angeht, war man wohl nicht sehr anspruchsvoll. Aus Niveau und Limbo ein Wort, das die Tatsache bezeichnet, dass das Niveau sinkt — besonders überraschend ist das ja nicht. Dasselbe Argument hätte bei den Komposita auf den weiteren Plätzen, Arschfax (mag ich) oder Speckbarbie (mag ich nicht, zu plump), genauso gut oder genauso schlecht gepasst. Aber die Tatsache, dass es neben den Jugendlichen, die sich Nachmittagstalkshows, Scripted-Reality-Sendungen und Castingshow anschauen oder sogar daran teilnehmen, auch noch Jugendliche gibt, die sich davon genervt fühlen (wenn diese Interpretation stimmt), lässt ja hoffen …