Jacob Grimm wurde am 4. Januar 1785 in Hanau geboren. Wenn man seine beruflichen Tätigkeiten aufführt — Verwaltungsbeamter, Diplomat, Bibliothekar, Professor, Literatur- und Sprachwissenschaftler, Lexikograph –, wird nicht unbedingt klar, dass Jacob Grimms Leben genügend Stoff für eine Verfilmung böte: Er war Teilnehmer am Wiener Kongress 1815, er erhielt 1837 als einer der „Göttinger Sieben“ (mit seinem Bruder Wilhelm und fünf weiteren Professoren) Berufsverbot und Landesverweis nach seinem Protest gegen die Aufhebung der Verfassung durch König Ernst August II. von Hannover und wurde 1848 Abgeordneter in der Nationalversammlung der Frankfurter Paulskirche.

Sein bekanntestes Werk dürfte die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen sein, die er mit seinem Bruder Wilhelm erarbeitete. Sprachwissenschaftliche Werke sind etwa seine Deutsche Grammatik in vier Bänden, in deren zweitem er das Gesetz der Ersten Lautverschiebung formulierte, das systematische Lautunterschiede zwischen dem Germanischen und anderen indogermanischen Sprachen beschreibt, und seine Geschichte der deutschen Sprache. Heute gilt er als Begründer der Germanistik.

In diesem Blog wird ihm natürlich gratuliert, weil er außerdem, gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm, Mitbegründer und -verfasser des Deutschen Wörterbuchs (1854–1961/1971) ist. Dieses Mammutprojekt, das die Sprache von Luther bis Goethe umfassen und sprachhistorisch beschreiben sollte und das noch Generationen von Germanisten und Lexikographen nach Jacob und Wilhelm Grimm beschäftigte, umfasste bei seinem Abschluss im Jahre 1961 32 Bände, ein 33ster (ein Quellenband) folgte 1971 — und eine Neubearbeitung ist in Arbeit, ein Ende nicht abzusehen.

Jacob Grimm starb am 20. September 1863 im Alter von 78 Jahren in Berlin. Er war dort gerade bei der Bearbeitung des Artikels zu „Frucht“ im Deutschen Wörterbuch.