Auf welt.de wird ein Lexikon der Tauchersprache vorgestellt, in dem Gesten und Handzeichen aus der Unterwasserwelt erklärt werden — in Buchform, nicht als Videos oder Animationen.

Vom Tauchen verstehe ich nur unwesentlich mehr als nichts, aber die Beispiele, die die Welt bringt, sind doch teilweise ganz nett:

  • Da gibt es einerseits Zeichen, die deutlich ikonischen Charakter haben, das für durstig etwa (so tun, als würde man aus einem Glas trinken), oder das für Wels oder Hammerhai, das eindeutig auf die Barteln bzw. die außergewöhnliche Kopfform Bezug nimmt.
  • Daneben gibt es symbolische Zeichen, die wohl auf ein nichtsprachliches Symbol Bezug nehmen: So könnte man das Zeichen für giftig als Aufnahme der beiden gekreuzten Knochen des Totenschädel-Symbols sehen, oder als das X-förmige Kreuz als Gefahrensymbol für gesundheitsschädliche Stoffe. Zum Flirten dient das mit beiden Händen geformte Herz-Symbol, das einem echten Herz ja doch nur entfernt ähnelt.
  • Interessant aber insbesondere auch, dass es symbolische Zeichen gibt, die auf sprachliche Symbole Bezug nehmen: Lautes Lachen wird folgendermaßen beschrieben „Bilden Sie neben Ihrem Atemregler mit Daumen und Zeigefinger beider Hände jeweils ein L“ — damit bildet der Atemregler in der Mitte ein „o“: „LOL“, diese Internetforenchatjugendlichensprachverwahrlosung dringt in Bereiche vor, in denen kein normaler Computer mehr funktionieren würde. Eine Frage wird durch den Versuch, die Hand zu einem grafischen Fragezeichen aus der Schriftsprache zu formen, ausgedrückt.

Angemerkt sei noch, dass die Gebärdensprach-Zeichen, die ich im Internet recherchieren konnte, für die genannten Beispiele ganz anders aussehen (durstig: D, A, USA; Gift: A, USA; Flirt/Liebe: A1, A2 [„Ich liebe dich“], CH, USA1, USA2; lachen: D, A, USA; fragen: D, A, USA1, USA2). Die Gebärdensprach-Gebärden kommen mir alle etwas abstrakter vor als die entsprechenden Zeichen der Tauchersprache. Das scheint mir in der Sache begründbar zu sein, mag aber auch an der Auswahl der Welt liegen.

Ja, die Welt der Lexika und Wörterbücher ist wie die See: Irgendwo hinter dem Horizont hört sie immer noch nicht auf … oder so.