Na großartig: Kaum meint man, einen ganz kleinen Triumph feiern zu können, weil ein Minister, der sich seinen Doktortitel mit unredlichen Mitteln erschlichen hat, nach viel zu langer Zeit dann doch noch zurückgetreten ist — wenn schon nicht aus eigenem Anstand, dann doch durch den Druck von außen –, schon kommt man vom Regen in die Traufe: Der neue Innenminister ist von der CSU. Da wünscht man sich dann doch fast die früheren Verhältnisse wieder zurück.

Immerhin zeigt der Neue, dass er vom Politikgeschäft etwas versteht: Er redet so richtig Klartext, eindeutig, unmissverständlich. Ich zitiere aus dieser Reuters-Meldung: »Innenminister Friedrich: Der Islam gehört nicht zu Deutschland«. Dann: »Kurz nach seinem Amtsantritt sagte Friedrich am Donnerstag in Berlin: „Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.“«

Na immerhin: Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache. Eine Tatsache ist ein ‚unbezweifelbarer Sachverhalt‚ (DWDS). Das hätte man von einem CSU-Mann so ja nicht erwartet. Ich persönlich verzichte hiermit darauf, dafür noch Belege von Friedrich einzufordern — vielleicht sind ja gerade diese Fußnoten zufällig vom Programm gelöscht worden.

Danach kommt dann noch »Der CSU-Politiker betonte, Menschen islamischen Glaubens, die in der Bundesrepublik lebten, gehörten aber als Bürger natürlich zu diesem Land.« Also, die Menschen schon, aber ihre Religion sollen sie doch bitte zuhause lassen — ach ne, zuhause, das ist ja jetzt auch Deutschland …

Ja, das sind mal wieder Aussagen, so klar, wie der Hochnebel in Oberbayern es nicht ist. And the show goes on.