In der kleinen Serie zu bedeutenden Lexikographen geht es nach längerer Pause — März und April waren anscheinend keine guten Geburtsmonate für diesen Berufsstand — weiter:

Friedrich Arnold Brockhaus wurde am 04. Mai 1772 in Dortmund geboren. Nach vorzeitigem Schulabgang,  abgebrochener kaufmännischer Lehre, Studienzeit und Handelstätigkeiten mit englischen Importwaren gründete er 1805 in Amsterdam eine Buchhandlung und betätigte sich auch bald als Verleger. 1808 erwarb er die Rechte am Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten, das von Renatus Gotthelf Löbel begonnen und dessen erste Bände schon erschienen waren (Löbelsches Conversationslexikon), das aber noch nicht fertiggestellt worden war. Aus diesem Lexikon wurde, überarbeitet und erweitert, das Werk, durch das der Name Brockhaus in Deutschland fest für Enzyklopädie steht — im Titel trägt das Nachschlagewerk den Namen des Verlegers jedoch erst ab der 15. Auflage (seit 1928): Der Große Brockhaus. Brockhaus war immer der Verleger, nie tatsächlicher Lexikograph. 1819 eröffnete er eine Druckerei in Leipzig, wo ab diesem Zeitpunkt alle von ihm verlegten Werke erschienen, darunter eben auch die Enzyklopädie, die 1820 bereits in fünfter Auflage, 1824 in sechster Auflage erschien. Von sechs Bänden wuchs sie bis zur 21. Auflage (2005/06 unter dem Haupttitel Brockhaus) auf 30 Bände an. Die Zukunft dieses Werks ist unklar: Meldungen, wonach es die große Enzyklopädie nur noch in elektronischer Form oder auch weiterhin in Buchform geben soll, wechseln sich ab — zuletzt sah es aber wieder nach einer Print-Fassung aus.

F. A. Brockhaus starb am 20. August 1823 im Alter von 51 Jahren in Leipzig. Sein Verlagshaus wurde zunächst von seinen Söhnen weitergeführt, die Marke Brockhaus gehört seit 2009 zu Bertelsmann/wissenmedia GmbH.

Quellen und weitere Informationen: Wikipedia 1, Wikipedia 2, whoswho.de, wdr.de.