Gerhard Wahrig wurde am 10. Mai 1923 in Burgstädt geboren. Der Sprachwissenschaftler, der auch als Redakteur beim Meyers Lexikon mitwirkte, erarbeitete ein Deutsches Wörterbuch, das 1966 in erster Auflage erschien und als „Der Wahrig“ Bekanntheit erlangte. Es war das erste große einbändige allgemeinsprachliche Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache; erst 1983 stellte Duden dem das Universalwörterbuch entgegen. Neben diesem (übermächtigen) Konkurrenten steht der Name Wahrig auch heute noch für Wörterbücher der deutschen Sprache. In der Wörterbuchforschung ist mit „dem“ Wahrig zudem die nicht-integrierte Mikrostruktur (vgl. Wiegand 1989) verbunden — eine Art, den Wörterbuchartikel bei polysemen Lemmazeichen so aufzubauen, dass nicht alle Elemente der Bedeutungsbeschreibung, die zu einer Lesart gehören, auch in einem Block stehen, sondern nach anderen Kriterien getrennt voneinander gezeigt werden. Dieser Aufbau ist so in Printwörterbüchern nur im Wahrig zu finden. Der Markenname Wahrig ist inzwischen in den Bertelsmann-Verlag bzw. den Wissen-Media-Verlag übergegangen.

Gerhard Wahrig starb am 02. September 1978 im Alter von nur 55 Jahren in Wiesbaden.

Quellen und weitere Infos: Wikipedia, wissen.de

Wiegand 1989 = Wiegand, Herbert Ernst: Arten von Mikrostrukturen im allgemeinen einsprachigen Wörterbuch. In: Hausmann, Franz Josef/Reichmann, Oskar/Wiegand, Herbert Ernst/Zgusta, Ladislav (eds.): Wörterbücher, Dictionaries, Dictionnaires. Ein internationales Handbuch zur Lexikographie (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 5.1). Berlin/New York 1989, 462–501.