In der zweiten Juni-Hälfte scheinen die Sterne gut für Lexikographen gestanden zu haben — heute der dritte: Joachim Heinrich Campe.

Joachim Heinrich Campe wurde am 29. Juni 1746 in Deensen bei Holzminden geboren. Nach dem Studium der evangelischen Theologie arbeitete er unter anderem, wie man heute sagen würde, im Erziehungswesen: etwa als Erzieher von Wilhelm und Alexander Humboldt, und auch als Gründer eines eigenen, reformpädagogisch-aufklärerischen Erziehungsinstituts. Außerdem gründete er die Braunschweiger Schulbuchhandlung (1787, später von seinem Schwiegersohn Vieweg übernommen) und trat als Verleger und Publizist in Erscheinung.

In der Braunschweiger Schulbuchhandlung erschien 1801 dann auch die erste Auflage von Campes Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke (hier ein Link zur Ausgabe von 1813). Dieses Wörterbuch war ein Produkt Campes aufklärerischer Sprachreinigungsbestrebungen: Sein Ziel war es, durch verständliche Sprache jedermann die Teilhabe am politischen Geschehen zu ermöglichen. Ihm wird etwa die Verdeutschung von Parterre zu Erdgeschoss, von Resultat zu Ergebnis oder von Prophezeiung zu Voraussage zugeschrieben, aber auch die von Poren zu Schweißlöcher, Harem zu Weiberhof oder Kriegsbaumeister zu Ingenieur. Außerdem schuf er zwischen 1807 und 1812 ein fünfbändiges Wörterbuch der deutschen Sprache (Band 1 bei Google Books).

Campe starb am 22. Oktober 1818 im Alter von 72 Jahren in Braunschweig.

Literatur und Quellen: historicum-archiv.net, deutsche-biographie.de, bbaw.de, Projekt Gutenberg, Wikipedia, Wikisource (ADB)