In der Volks-Reihe der Bild-Zeitung gibt es jetzt ein Wörterbuch: den Volks-Duden (in Zusammenarbeit mit dem bekannten Verlag). Mir liegt er nicht vor, ich weiß auch nicht, ob ich ihn mir wirklich zulegen will, aber ich kann ja mal weiterverbreiten, was so offiziell von der Presse- und/oder Marketingstelle verlautbart wird.

Zunächst einmal steht in den Meldungen: „Das neue Standardwerk der deutschen Sprache zeigt, wie man die im Deutschen gebräuchlichen Wörter (100000 Stichwörter) nach der heute geltenden Rechtschreibung korrekt schreibt.“ Standardwerk, soso. Darunter machen wir’s nicht. Aber musste es denn unbedingt ein Rechtschreibwörterbuch werden? Es gibt doch wirklich Interessanteres an Wörtern als ihre momentan gerade als korrekt festgelegte Schreibung. Schade.

Mit den genannten 100000 „Stichwörtern“ auf 960 Seiten wäre das Wörterbuch wohl etwas geringer im Umfang als der „normale“ Rechtschreibduden — der bringt es, ebenfalls laut offizieller Angabe, auf 120000 „Stichwörter“ und etwa 1200 Seiten. Ein Rezensent auf Amazon kritisiert bereits (dabei ist das offizielle Ausgabedatum erst in einer Woche) die kleine Schrift. Allerdings kostet das Volkswörterbuch auch nur etwa 60 % des Duden-1, und mit dazu gibt’s außerdem eine elektronische Rechtschreibkorrektur.

Damit das jetzt hier aber keine Werbeveranstaltung wird, sei noch darauf hingewiesen, dass es durchaus Stimmen gibt, die sagen, dass die Volks-Produkte nicht immer die beste Wahl seien. Wenn mir ein Volks-Duden in die Hände fällt, werde ich mir erst meine Meinung bilden und sie dann bloggen.