Dass das Österreichische Wörterbuch (ÖWB) gerade sein 60-jähriges Bestehen feiert, darauf hatte ich ja unter „Lesetipps“ bereits vor ein paar Tagen hingewiesen. Aus der 41. Auflage, die zeitgleich erscheint, wird nun etwas berichtet, das ich darüber hinaus doch ganz interessant finde. So schreibt etwa der Standard:

Ein ganz besonderes neues Stichwort findet sich auf Seite 517 der Buchhandelsausgabe: Das „ÖWB“ sei „nach 60 Jahren so verbreitet und quasi zur Marke geworden, dass es an der Zeit war, sich im eigenen Wörterbuch mit einem eigenen Eintrag zu verewigen“.

Ich konnte das nicht überprüfen und weiß auch nicht, ob es sich bei diesem Eintrag nur um einen Marketinggag handelt, der in der nächsten Auflage wieder verschwindet. Wobei eine Abkürzung wie ÖWB sicherlich nicht jedem ein Begriff sein muss, und Wikipedia kennt auch noch drei andere Bedeutungen bzw. Langformen. Die Aufnahme ist also durchaus zu rechtfertigen.

Ähnlich wie mit Abkürzungen verhält es sich auch mit Eponymen, mit Wörtern/Gattungsbezeichnungen, die aus Namen gebildet wurden bzw. entstanden sind, denn auch hier ist eine Bedeutung nicht unmittelbar ersichtlich. Dass mit dem Wort Duden auf ein deutsches Wörterbuch Bezug genommen wird, muss man schon wissen. Trotzdem verzichtet Duden auf einen Artikel zu Duden, was aber, lieber ORF, nicht bedeutet, „dass es [diese] Wortkreation[] — zumindest offiziell — gar nicht gibt“. Ist ja logisch. Wenn jemand nicht weiß, was Duden bedeutet, und deshalb einen Duden® zur Hand nimmt, dann hat er/sie es (mit ein bisschen Grips) schon herausgefunden. Ein Duden-Band ist quasi seine eigene Bedeutungserklärung.

Wer keinen Duden® zur Hand hat, um zu erfahren, was Duden bedeutet, — oder wer sich für Genus oder Deklination des Wortes interessiert — kann immer noch das DWDS fragen, dort wird Antwort gegeben: „verbindliches Nachschlagewerk, Regelwerk der deutschen Rechtschreibung“. Etwas veraltet (schöne Stilblüte: „Das Monopol des Dudens liegt seit der Reform nicht mehr bei der Dudenredaktion“ [Quelle]) — aber eine Antwort. Das ist dann allerdings auch nicht mehr selbstreferenziell.