„Es hat sich ausgegruschelt“ — so titelt sueddeutsche.de am Wochenende. StudiVZ, dem einst (vor dem Siegeszug von Facebook) in Deutschland so beliebten sozialen Netzwerk (gegründet im November 2005), laufen die Benutzer davon. Und das wirkt sich auch auf die Verwendung dieses einstigen Trend-Wortes gruscheln aus, von dem es hieß, es sei eine Wortkreuzung aus grüßen und kuscheln, und das es in der Zwischenzeit sogar in einige (Online-)Wörterbücher geschafft hat, z.B. in den Duden, ins PONS-Rechtschreibwörterbuch, und natürlich ins Szenesprachenwiki (Seit März 2009) und in die Sprachnudel (seit Juni 2007) (nicht aber ins Wiktionary).

Mittlerweile geht die Verwendung deutlich zurück, wie die (natürlich wie immer mit Vorsicht zu genießenden) Zahlen von Google zeigen:

(Für das erste Halbjahr 2012 fehlen natürlich noch 20 Tage, aber wir wollen einmal annehmen, dass sich da nicht mehr so viel tut. Ende Juni lasse ich mich dann gerne eines Besseren belehren — schließlich wird dann auch dieser Post mit in die Statistik eingehen.)

Ich bin etwas überrascht darüber, dass auch in den Spitzenjahren die Zahlen nur zweistellig sind (2009/2 sind 98 Treffer) — aber so sieht’s nach Googles derzeitigem Algorithmus aus.

Man kann der Süddeutschen also auch aus der Perspektive der Sprachverwendung nur zustimmen: Es hat sich ausgegruschelt. Nun wird es interessant sein, zu beobachten, wie lange die Wörterbucheinträge noch bestehen bleiben — oder ob sie demnächst eine Markierung „veraltend“ erhalten.

Und der Blick in die Zukunft: Nachdem die Facebook-Aktien bereits gepurzelt sind — wann wird es sich ausgeliket haben?