Das fünfzehnte Blogspektrogramm präsentiert sprachbezogene Beiträge des Monats Juni:

Zu Beginn will ich einen neuen Teilnehmer des Blogspektrogramms vorstellen: Den linguistischen SprAACHENblog. Hier bloggen seit ein paar Wochen — und hoffentlich noch in den nächsten Monaten und Jahren — Sprachwissenschaftler unter dem Motto „Leuchtturm statt Elfenbeinturm“. Nominiert haben sie für diese Ausgabe eine Besprechung von Heike Wieses Buch „Kiezdeutsch. Ein neuer Dialekt entsteht“ durch den SprAACHENblog-Autor Frank Schilden, der umsichtig und unvoreingenommen darlegt, worum es in diesem Buch und worum es dessen Autorin geht.

Auch Kilian vom Texttheater hat eine Lektüreempfehlung für uns: Er ist ganz begeistert von einem niederländischen Buch, in dem diese unsere Nachbarsprache von einer „witzig[en], klug[en] und vielseitig[en]“ Autorin beleuchtet wird. Angetan haben es ihm vor allem „Quatschetymologien“, bei denen Bestandteile von Wörtern uminterpretiert und in ganz neue Beziehungen zueinander gesetzt werden. Beispiele findet man in seinem Beitrag.

Suz von */ˈdɪːkæf/ war unterwegs und beschreibt ihren Aufenthalt in Wales mit Worten. Dabei zerlegt sie (mit Hilfe eines Wörterbuchs, der Lexikographieblogger nimmt es wohlwollend zur Kenntnis) den „längs­ten offi­zi­el­len Orts­na­men der Welt“, sie lässt sich walisische Laute auf der Zunge zergehen und freut sich über zweisprachige Beschriftungen, die einem das Sprachenlernen erleichtern.

Suz empfiehlt außerdem einen Beitrag von Phil Plait im Discover-Magazine-Blog Bad Astronomy: Trotz des Blogtitels geht es tatsächlich um Sprache, nämlich um Nyme — wie in Synonym, Homonym oder contaphonym. Während vermutlich allgemein bekannt ist, was ein Synonym ist, und Homonyme immerhin noch alle kennen dürften, die mal einen Linguistik-Einführungskurs besucht haben, wird man schon bei Phil Plate nachlesen müssen, was dieses letztgenannte Nym ist.

Der Ratgeber in Sprachfragen Dr. Bopp von Fragen Sie Dr. Bopp beantwortet eine Kommafrage: Der Ratgeber, Dr. Bopp, wird nämlich häufig gefragt, wie das eigentlich mit den Kommata bei Namen und näheren Bestimmungen ist. Als Hinweis: In der Sache ist es wichtig, auch mal eine Pause zu machen.

Im PONS Deutschblog gab es im Juni so viel, dass Andreas Cyffka sich gar nicht entscheiden konnte und wollte. Ich verlinke einfach mal auf das Juni-Archiv und wünsche viel Spaß beim Stöbern — was natürlich bei allen anderen verlinkten Blogs auch sehr empfohlen wird.

Bevor jetzt alle von hier wegstöbern, sei noch mein Beitrag zum Nachschlagen in Polen und der Ukraine aus dem Lexikographieblog erwähnt — auch wenn die Fußball-EM inzwischen gefühlt schon eine Ewigkeit vorbei ist, ist es nicht unehrenhaft, mal einen Blick auf die Alphabete der Gastgeberländer zu werfen. Schließlich beginnt nun auch die Sommerreisesaison — Wörterbuch nicht vergessen!

Sein handgeschriebenes Wörterbuch immer dabei hatte auch Nick Cave, das zeigt uns Word Porn. Bei diesem Blog findet man immer wieder obskure Wörter, oft geht es auch über ein Wort hinaus, kommentiert wird so gut wie nicht. Das verlinkte Foto zeigt ein Wörterbuch, das für den Autor und Besitzer vermutlich ganz praktischen, für uns aber auch ästhetischen Wert hat, und sei daher abschließend von mir empfohlen.

Nun sei dem Stöbern und Lesen aber freier Lauf gelassen.

[Übersicht über alle bisher veröffentlichten Blogspektrogramme.]

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