Merriam-Webster hat eine neue Wörterbuch-API angekündigt, mittels der Bastler\innen, Tüftler\innen und Entwickler\innen weltweit die Daten dieses bekannten Wörterbuchs in eigene Applikationen integrieren können, und zwar kostenlos, solange die neue Applikation nicht kommerziell vertrieben wird und die Zahl an Zugriffen pro Tag in einem engeren Rahmen bleibt: dictionaryapi.com.

Ähnliche und teilweise ebenfalls (unter bestimmten Bedingungen) kostenlose APIs bieten im englischen Raum etwa an: Longman/Pearson für das Longman Dictionary of Contemporary English, Dictionary.com, WordReference.com oder (dieses anscheinend nicht kostenlos) Collins. Die Verlage geben damit natürlich ihre Daten teilweise aus der Hand, sorgen so aber auch dafür, dass diese, verbunden mit dem eigenen Namen, in vielen Anwendungen zu den Benutzer\inne\n kommen.

Entwickler\innen von Programmen für das deutschsprachige Publikum sind derzeit noch wesentlich weniger gut versorgt: Neben dem Projekt Deutscher Wortschatz (das Sprachdaten statistisch auswertet und daher z.B. keine redaktionell überprüften Bedeutungserklärungen liefern kann) geben nach meiner Übersicht nur diejenigen Projekte, die selbst auf Benutzermitwirkung angewiesen sind, ihre Daten wieder an die Gemeinschaft zurück: so das Wiktionary (über die MediaWiki-API) und openthesaurus.de. Duden, Wahrig, Pons oder DWDS — keine Hinweise auf eine API, schon gar nicht kostenlos.

Dabei wäre auch das eine Möglichkeit, vom Engagement der Masse zu profitieren und den eigenen Namen etwa mit neuen, kreativen Wörterbuchideen zu verknüpfen. Mag sein, dass man in der Zukunft etwas wagemutiger wird — derzeit bleibt wenig mehr, als darauf zu hoffen.