Es folgt einer der Aufschreie, die hin und wieder einfach sein müssen, damit das Magengeschwür nicht am Ende gewinnt:

In der ZEIT Nr. 29 (12. Juli)/2012, zu deren Lektüre ich gerade erst gekommen bin, schreibt die Autorin Heike Kunert einen Wörterbericht (eine laufende Rubrik im ZEIT-Feuilleton) zum Wort schrotten. Darin heißt es unter anderem:

Sie [Jugendliche; MM] sagen: „Ich habe mein Handy geschrottet“, was keinen Sinn ergibt, denn schrotten oder vielmehr verschrotten meint ausschließlich das Schneiden von Altmetall.

Ahhrgg! *facepalm* Wie kann man nur …

Ich gehe davon aus, dass der Leserschaft dieses Blogs aus linguistischer Perspektive klar ist, dass und warum diese Aussage unglaublich schwachsinnig ist und sehr dazu beiträgt, die Überzeugung nicht weniger Menschen zu bekräftigen, die sagen, fürs Feuilleton brauche man keine Ahnung, sondern nur eine Meinung. Deshalb keine langen Erklärungen dazu.

Und es wäre so schon schlimm, gäbe es nicht bei Duden online einen Artikel zum Verb schrotten (ja genau, schrotten, Frau Kunert, genau das Wort, mit dem Sie Ihre Kolumne betitelt haben, nicht verschrotten, oder vergleichen Sie sonst auch Äpfel mit Erdäpfeln?), in dem als Bedeutungserklärung angegeben ist: „(meist von metallischen Gegenständen) kaputt machen“. Und mit einem Beispiel „ein altes Diskettenlaufwerk schrotten“, was ja vom Handy nicht so weit weg ist.

Wenn also schon der Duden diesen Sprachgebrauch als relevant verzeichnet, wie kann man dann behaupten … Ahhrgg! Meine Güte. Da wünscht man sich ja fast die Leute her, die sagen: „Das Wort gibt’s nicht, weil das nicht im Wörterbuch steht!“

Tja. Dieser Wörterbericht war jedenfalls Schrott. Tut mir leid wegen des vielen Lärms um eine einzige schlechte Kolumne, aber jetzt geht’s mir besser.