Wie maerkischeallgemeine.de berichtet, veröffentlichte Ludwig Lejzer Zamenhof alias Doktoro Esperanto am 27. Juli 1887 das erste Lehrbuch für die ?esperant(o)ische/?esperantistische Sprache. Dass ich kein Adjektiv finden kann, das diese Sprache bezeichnet, ist wohl symptomatisch (wenn in den Medien selten einmal berichtet wird, liest man z.B. auch esperantosprachig): Obwohl es eine rührige Fangemeinde gibt und mancherorts Esperanto sogar in der Grundschule gelehrt wird, ist diese Plansprache, um es höflich zu formulieren, nicht sehr weit verbreitet.

Die Motive, die ihren Schöpfer bewogen, Esperanto zu entwickeln, waren aller Ehren wert: Da Zamenhof die fehlende gemeinsame Sprache als Grund für Streitigkeiten zwischen unterschiedlichen Volksgruppen vermutete, wollte er eine neutrale Sprache erschaffen, die, seiner Hoffnung nach, von den streitenden Parteien akzeptiert würde (vgl. Wikipedia). Die Grundformen des Esperanto-Wortschatzes sind an Wörter der romanischen, germanischen und slawischen Sprachen angelehnt (für eine echte Weltsprache wohl etwas zu europazentriert), die Flexion ist relativ regelmäßig, so sollte die Sprache leicht erlernbar sein.

Heute ist trotzdem Englisch international die dominierende Sprache, und manche sehen „Chinesisch“ (vermutlich Mandarin) als heißen Anwärter für die Zukunft. Esperantisten wie der im oben verlinkten Zeitungsartikel befragte Brite Gavan Fantom entgegnen an dieser Stelle:

Englisch ist eine politische Sprache. Muttersprachler haben ein Privileg gegenüber Nicht-Muttersprachlern. Und die englische Sprache ist verbunden mit der Politik mächtiger Nationen, die zu Ressentiments gegenüber dieser Sprache führt.

— Was man auf chinesische Sprachen sicherlich ausweiten kann. Eltern, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder dennoch lieber in den englischsprachigen Kindergarten oder zur chinesischen Tagesmutter — und ich finde das durchaus nachvollziehbar. Noch einmal maerkischeallgemeine.de:

Nach einem aktuellen EU-Bericht zur Mehrsprachigkeit sprechen weltweit zwischen 200 000 und drei Millionen Menschen diese Sprache

— im Vergleich zu wie viel Millionen und Milliarden Englisch- und Mandarinsprechenden? Gute Intentionen sind das eine, die wirkliche Welt oft etwas anderes.

Wer doch idealistisch genug ist, Esperanto lernen zu wollen, findet (wie gesagt, es gibt eine überschaubare, aber rührige Fangemeinde) einige Lehr- und Wörterbücher, auch online, etwa das Wörterbuch Deutsch–Esperanto von Ulrich Matthias (eine Liste, die auch gut dazu geeignet ist, einen Eindruck zum Wortschatz zu gewinnen) ober bei dict.cc. Eine Esperanto-Wikipedia steht ebenfalls zur Verfügung.

Wer nicht Esperanto lernen mag, kann’s ja auch mal mit Ido versuchen. Oder Volapük. Oder Weltdeutsch (!). Oder