Schon seit einer Weile verweise ich rechts bei den Links auf die Meldung, dass Duden von Mannheim nach Berlin zieht, wo auch Besitzer Cornelsen seinen Sitz hat. In diesem Zusammenhang wird Stellenabbau befürchtet: Nach Angaben des Betriebsrats sollen von bisher 190 Mitarbeitern nur etwa 50 bleiben — verbleibend in Mannheim und am neuen Standort in Berlin. Die Duden-Redaktion soll darüber hinaus durch eine „noch zu gründende[] externe[] Redaktionsservice-Gesellschaft“ [Quelle] ersetzt werden. Die Gewerkschaft ver.di befürchtet dadurch auch Qualitätsverluste bei den Duden-Wörterbüchern. Das Unternehmen Duden/Cornelsen betont bis jetzt, dass die Zahl der Mitarbeiter, die umziehen müssen oder entlassen werden, noch unklar ist.

Bei einem Termin am 02.10. vor dem Arbeitsgericht Mannheim kam es zu keiner Einigung zwischen dem Betriebsrat, der den Umzug verhindern will, und dem Unternehmen. Am 07.12. soll es nun zu einer Verhandlung kommen.

Aus Sicht des Mannheimer Betriebsrats ist es nur zu verständlich, dass gegen den Umzug an sich gekämpft wird. Ebenso verständlich ist es aus dessen (Achtung, Katapher) Sicht, wenn sich Berlins Wowereit darüber freut. Aus lexikographischer Sicht ist vor allem der massive Stellenabbau besorgniserregend. Ob mit einer derart verkleinerten Belegschaft tatsächlich noch qualitativ hochwertige Produkte in der ganzen Produktpalette produziert werden können, das scheint schon zweifelhaft. Auch wenn die Verlagsleitung natürlich das Gegenteil behauptet.

NACHTRAG, 09.12.: Die Klage des Betriebsrats gegen den Umzug nach Berlin wurde vom Arbeitsgericht Mannheim zurückgewiesen [Quelle].

Presseberichte (Auswahl):

Verdi-Pressemeldung: DUDEN ohne Dudenredaktion? (20.09.)