In den Medien macht derzeit das Thema „E-Mail-Kommunikationsfähigkeit von Studierenden“ die Runde. Als einzigen Bericht dazu verlinke ich mal den aus der ZEIT, der einigermaßen ausgewogen ist und die Studierenden nicht alle als Trottel hinstellt.

Auch mit Kolleginnen und Kollegen habe ich schon über unsere E-Mail-Erfahrungen geredet, wobei deutlich wurde, dass auch unter uns jede(r) unterschiedliche Vorstellungen davon hat, welche Formulierung für welche Zwecke brauchbar ist, und auch, welche Begrüßungs- und welche Abschiedsformeln zusammenpassen. Davon angeregt, habe ich mal eine kleine, unvollständige und sehr subjektive Übersicht zusammengestellt (klicken, dann wirds lesbarer):

E-Mail-Grußformeln

Natürlich steht das mittlerweile oft zitierte „Hallöchen Professor“ noch weiter rechts; ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass diese Anrede wirklich so häufig verwendet wird, dass es sich lohnt, darüber zu schreiben. Wo ich aber selbst noch etwas im Schwanken bin, sind Fragen wie: Ist es völlig problemlos möglich, nach „Sehr geehrte(r) …“ als Verabschiedung „Viele Grüße“ zu schreiben? Ist „Herzliche Grüße“ informeller als „Viele Grüße“? Ist „Viele Grüße“ nach einem reinen „Hallo“ schon wieder zu steif? …

Was mir außerdem aufgefallen ist, ist, dass ich nach einer sehr höflichen Begrüßung („Sehr geehrte(r) …“) dazu neige, bei der Verabschiedung einen Schritt informeller zu werden (auch schon mal „Herzliche Grüße“), wenn ich das Gefühl habe, dass durch den E-Mail-Text schon die Basis für eine gute, kollegiale Zusammenarbeit gelegt ist.

Und was ich von der studentischen E-Mail an mich halten soll, die mit „Gez. [Nachname]“ unterzeichnet war, weiß ich bis heute nicht.

(Der sprachwissenschaftliche Aufsatz von Jan Seifert, auf den in den Berichten Bezug genommen wird, ist in der Zeitschrift Aptum erschienen.)

Nachtrag 18.02.:

Eine Orientierungshilfe für Mail-Grußformeln vom SZ-Magazin/sueddeutsche.de