Wie (unter anderem) spiegel.de meldet, gibt es momentan wieder eine Debatte um die Benutzung des N-Worts im Englischen. Auslöser ist Quentin Tarantinos neuester Film Django Unchained (den ich noch nicht gesehen habe), in dem dieses Wort wohl sehr häufig fällt. Der Film spielt (schätzungsweise) im 19. Jh. im tiefen Süden der USA und thematisiert die Sklaverei.

Aufhänger der Debatte ist ein Interview eines (weißen) Reporters mit Samuel L. Jackson. Der Reporter verwendet die Umschreibung n-word und weigert sich, auch nach Aufforderung durch Jackson, die Vollform des Wortes auszusprechen. Hier der Ausschnitt des Interviews (auf Youtube):

In einem anderen Interview wird Quentin Tarantino von einem (schwarzen) Reporter befragt, der das N-Wort in seiner Frage verwendet (der Reporter, nicht Tarantino). Auch hier der Ausschnitt auf Youtube, ab Zeit 4:12 min.:

Der Reporter bezeichnet die Wortverwendung im Film als „mutig“ (und meint das, allem Anschein nach, positiv). Ich bin nicht kompetent, hier über das N-Wort zu urteilen, nicht über dessen Verwendung zwischen Schwarzen, zwischen Weißen, zwischen Weißen und Schwarzen, nicht über die metasprachliche Verwendung und sonstnochwas. Furchtbar viele andere Leute auch nicht, was sie aber nicht davon abhalten wird, es trotzdem zu tun (vorzugsweise in irgendwelchen anonymen Internet-Kommentaren).

Ich will den Anlass aber nutzen, mal wieder auf eine großartige South-Park-Episode hinzuweisen, in der das Thema ebenfalls behandelt wird. Die Episode heißt „With Apologies to Jesse Jackson“ (S11E01), deutsch: „Bitte ein N“, und sollte eigentlich auf southpark.de ganz legal anzuschauen sein (bei mir funktioniert das Video nicht, aber das Internet hält bestimmt noch andere Quellen bereit — ansonsten gibt’s immer noch eine Zusammenfassung auf Wikipedia). Alle, die sich bemüßigt fühlen, ihren Senf zur Debatte beizutragen, sollten vorher die Moral dieser South-Park-Geschichte verstanden haben. Finde ich.

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