Sowas, morgen ist wieder „Welttag der Muttersprache“. Hätte ich fast übersehen, wenn da nicht gerade die Pressemeldung der Deutschen Sprachwelt ins Haus geflattert wäre. Zum Tag der Muttersprache fordert sie „mehr Toleranz und Freiheit im Sprachgebrauch“.

Mehr Toleranz … ja was ist denn da passiert? Die Deutsche Sprachwelt, die sonst Anti-SALE-Aktionen durchführt, zu Telefonterror bei „Sprachpanschern“ aufruft („Das schafft Panik“) und deren sprachpolitische Forderungen vor „muß“ und „sind zu“-Konstruktionen nur so strotzen, ruft zu mehr Toleranz auf!

Wer wissen will, wie das funktionieren soll, der oder die lese sich die Pressemitteilung bitte selbst durch. Ich möchte das Gesamtkunstwerk nicht durch willkürliche und damit intolerante Einzelzitate entweihen. Nur so viel: „Wenn wir nicht aufpassen, wird es der deutschen Sprache so ergehen wie den zehn kleinen Negerlein.“

Schon schade, dass man vom „Welttag der Muttersprache“, der immerhin von den Vereinten Nationen unterstützt wird, überwiegend aus dieser Ecke hört.

Nachtrag:

Siehe auch den Welttag der Muttersprache 2011, zu dessen Anlass — na, wer wohl — die Deutsche Sprachwelt schon einmal sehr weise Forderungen gestellt hat.