Vor kurzer Zeit wurde ein neues, ein- oder mehrsprachig verwendbares Internet-Wörterbuch gestartet: Kamusi (kamusi.org). Das folgende Video zeigt, was das Wörterbuch bis jetzt so kann. Schön ist, dass es zu Ausdrücken jeweils Bedeutungserklärungen gibt (wie im monolingualen Wörterbuch), aber dass den Ausdrücken auch jeweils Äquivalente in mehreren anderen Sprachen zugeordnet sind (wie im polylingualen Wörterbuch); diese können wiederum aufgerufen werden und haben dann eine Bedeutungserklärung in „ihrer“ Sprache. Dabei werden bei Homonymen die einzelnen Teil-Artikel oder Lesarten mit den jeweils semantisch korrekten Äquivalenten der Fremdsprachen verknüpft. Das ist ganz nett, obwohl man mit Wiktionary wahrscheinlich ähnlich weit kommt. Außerdem wird auf Flexionsbesonderheiten der beteiligten Sprachen hingewiesen.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass da im Video etwas getrickst wird: Den Wechsel zwischen den unterschiedlichen Homonym-Lesarten bekomme ich nicht so reibungslos hin, wie es im Video gezeigt wird.

Übrigens: Kamusi ist Suaheli und bedeutet ‚Wörterbuch‘. Das kollaborative Projekt ist insbesondere „dedicated to the languages of Africa“; insbesondere Suaheli ist (neben Englisch) mit über 60000 Einträgen bis jetzt am stärksten vertreten. Als solches ist das Projekt in seiner Fokussierung für die afrikanische Lexikographie vielleicht besser geeignet als Wiktionary. Auch wenn irgendein Scherzkeks bereits „East Franconian“ angelegt hat, Ostfränkisch, das ist die Gegend, aus der ich komme. Ich war’s nicht, ich schäme mich trotzdem dafür.

Link zum Video: www.youtube.com/watch?v=0B64utkf78g