Mesdames et Messieurs, lasst uns mit dem Champagner aufs Trottoir strömen und feiern, dass wir uns mitten in der Internationalen Woche der Frankophonie befinden: „Ein wahres Ereignis für alle Sprachliebhaber in Frankreich wie im Ausland!“

Man darf dieser Veranstaltung sicherlich zwiespältig gegenüberstehen: Französisch ist eine schöne Sprache, die beispielsweise neuerdings die halbe Welt mit einem Verb auf der Basis von Zlatan Ibrahimović beschenkt hat, und der für mich unterhaltsamste Aspekt der deutsch-französischen Freundschaft ist die Sendung Karambolage, die mir neben deutsch-französischen Etymologien auch immer wieder auf nette Weise präsentierte Eigenheiten unserer Nachbarn nahebringt. Allerdings auch immer wieder angeblich deutsche Eigenheiten, von denen ich noch nie etwas gehört habe, von daher … wer weiß.

Nicht sehr begeistert bin ich dagegen von der sehr restriktiven französischen Sprachpolitik, angefangen von der offiziellen Anglizismenneurose bis hin zur steinzeitlichen Politik Minderheitensprachen gegenüber (man beachte z.B. den Abschnitt „Die Debatte über die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“ im gerade schon verlinkten Wikipedia-Artikel). Die ganz oben zitierten „Sprachliebhaber“ werden also nur Liebhaber der französischen Sprache sein; die Liebhaber des Bretonischen, des Elsässischen, des Baskischen usw. freuen sich möglicherweise nicht ganz so über dieses Ereignis.

Daher … nehmen wir zum Feiern vielleicht nur den billigen Champagner. Tchin-tchin!