1996 erschien die 21. Auflage des Duden-Rechtschreibwörterbuchs.

2000 die 22. Auflage „mit 5000 neuen Wörtern“ (spiegel.de).

2004 die 23. Auflage mit „5000 neuen Wörtern“ (faz.net).

2006 die 24. Auflage, bei der „[ü]ber 3000 Wörter“ neu dazugekommen sind (dw.de).

2009 die 25. Auflage mit „5000 neu aufgenommenen Begriffen“ (faz.net).

Und im Juli 2013 wird es die 26. Auflage geben, laut Duden-Newsletter — raten Sie mal — „mit 5000 neuen Wörtern“.

Wenn man diese Angaben mal ganz naiv glaubt (die Nachrichtenanbieter haben mit Sicherheit nur die Duden-Pressemeldung abgeschrieben), wären das in den vergangenen 17 Jahren rund 23.000 neue Wörter, die für würdig erachtet worden sind, in dieses Wörterbuch aufgenommen zu werden. Dazu sind bestimmte Ansprüche zu erfüllen, z.B. eine gewisse Verwendungshäufigkeit und die Verbreitung des Wortes in unterschiedlichen Textsorten (siehe auf duden.de: Wie kommt ein Wort in den Duden?). Es kommt also nicht jede schnell vergessene journalistische Schlagzeilenwortbildung sofort ins Wörterbuch.¹

Grob überschlagen bedeutet das, dass täglich fast vier neue Wörter ermittelt werden, die diese Kriterien erfüllen, die also keine Eintagsfliegen (Okkasionalismen) sind. Fast vier neue Wörter, die von irgendwem neu erdacht oder von irgendwo übernommen werden. Selbst wenn wir unterstellen, dass auch eine Handvoll Wörter als Konzession ans Marketing ins Wörterbuch aufgenommen werden, weil die sich in der Pressemeldung „Mit 5000 neuen Wörtern, z.B. guttenbergen, wulffen, Swag und YOLO“ (nur mal so als Beispiel) besonders gut machen — es sind doch immer noch mehr, als ich spontan geschätzt hätte.

Schade, dass es nirgendwo die Liste gibt: „Aber folgende Wörter wurden dafür gestrichen, weil sie nicht mehr verwendet werden und nur Platz wegnehmen.“

(¹) Und genau deshalb ist auch der Vorwurf, den der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) am vergangenen Donnerstag in einer mustergültigen Form sprachlicher Pöbelei und sprachlichen Rüpeltums an die Duden-Redaktion gerichtet hat, nämlich „das gedankenlose Aufnehmen dummer Anglizismen“, unbegründeter Quatsch, denn diese Ausdrücke werden nicht „gedankenlos“, sondern nach Prüfung umfangreicher Textcorpora aufgenommen.

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