Von einem Kurztrip nach Straßburg habe ich ein paar Beispiele zum deutsch-französischen Sprachkontakt mitgebracht.

Es fängt an bei den Straßenschildern, von denen viele (in der Innenstadt) neben dem französischen Straßennamen auch den (alten) Straßennamen im elsässischen bzw. Straßburger Dialekt aufführen (was anscheinend in Straßburg nicht unumstritten war [1]):

Straßburg: Schriwerstubgass

Rue des Ecrivains – Schriwerstubgass

Im Stadtbild eher auffällig sind außerdem deutsche (dialektale) Ausdrücke, die beispielsweise in Namen von Restaurants und Geschäften eingesetzt werden, wobei die grammatisch-lexikalische Umgebung aber französisch ist:

Straßburg: Baeckeoffe

Le Baeckeoffe d’Alsace

Straßburg: Schnokeloch

Le Schno(c)keloch — die Orthographie ist uneindeutig, die Bedeutung (‚Schnakenloch‘) verspricht aber einen angenehmen Aufenthalt …

Straßburg: Kougelhopf

Maison du Kougelhopf: Im Elsass hat man eine Schwäche für diese Backware

Es hätte noch wesentlich mehr gegeben, aber ich war schließlich im Urlaub.

Das Wörterbuch der elsässischen Mundarten (Bearb. von Ernst Martin und Hans Lienhart. 2 Bde. Straßburg 1899-1907) ist übrigens Teil des Wörterbuchnetzes.

[1] siehe z.B. Monika Beutter in: Elsaß. Europäische Region in Geschichte und Gegenwart. S. 3.