Obwohl die kleine Pause seit der letzten Runde den Gedanken daran vielleicht nahe gelegt hat: Mir sind die Ortsnamenendungen immer noch nicht ausgegangen. Daher eröffne ich heute die fünfte Runde des Ortsnamenendungsverteilungsquiz, wie immer mit freundlicher Unterstützung von CiNaViz, der interaktiven Karte zur Ortsnamenverteilung.

a) Zunächst wieder zwei Ortsnamenendungen und die altbekannte Frage: Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -hagen
  • -hain
Ortsnamen auf -hagen, -hain

Ortsnamen auf -hagen und -hain (Karte: CiNaViz)

b) In der zweiten Teilaufgabe ist die Fragestellung diesmal eine andere: In der folgenden Abbildung ist die Verteilung der Orte, die eine bestimmte Endung aufweisen, angezeigt. Um welche Endung handelt es sich?

  • -angen
  • -ingen
  • -ungen
Ortsnamen auf ...?

Welche Orte sind hier eingezeichnet? (Karte: CiNaViz)

Auflösung (mit der Maus den folgenden Absatz markieren):

Aufgabe a) -hagen: blau, -hain: grün
Aufgabe b) korrekte Antwort: -ungen

Weitere Anmerkungen:

Zu Teilaufgabe a) Die Endung -hagen findet sich überwiegend im norddeutschen Raum, die Endung -hain im mitteldeutschen Raum. Die beiden Endungen sind miteinander verwandt und verweisen auf ein „eingehegtes“ Gebiet: -hain ist aus -hagen entstanden, und zwar durch sogenannte Kontraktion (ähnlich wie z.B. auch die (holde) Maid, mhd. meit, aus mhd. maget ‚Jungfrau‘ entstanden ist). Eine weitere Variante ist -hag, die aber als Ortsnamenendung nur eine geringe Rolle spielt.

Zu Teilaufgabe b) Die Endung -ungen gehört, wie auch -angen, -ingen, -ing usw., zu den Ortsnamenendungen, die Zugehörigkeit (häufig zu einer Person) anzeigen. Während -angen (insgesamt nicht sehr häufig) einen Schwerpunkt im Bundesland Baden-Württemberg hat und -ingen sehr häufig vorkommt, und zwar im Norden, in der Mitte und im Süden der westlichen Hälfte Deutschlands (und in der Schweiz, aber kaum in Österreich), finden sich die Namen auf -ungen besonders in der Mitte Deutschlands. An dieser Stelle kann noch auf die Verteilung der Namen auf -ingen und -ing hingewiesen werden, die ja jede(r) mal bei CiNaViz selbst nachschlagen kann: Faszinierend ist schon, wie hier die Grenze (‚Isoglosse‘) im Süden Deutschlands verläuft. Links des Lechs gibt es kaum einen Ort auf -ing; rechts des Lechs kaum einen auf -ingen, bis dann oberhalb von Donauwörth die Grenzen etwas durchlässiger werden.

Fortsetzung folgt.

Frühere Runden:

Runde 1 (-rade, -rode etc.)
Runde 2 (-stetten, -büttel, -leben, -felde(n))
Runde 3 (-by, -ham u.a.)
Runde 4 (-heid, -moor, -walde, -horst u.a.)