Habe gerade eine E-Mail von „suppourt@apple.nz“ bekommen. Bestimmt wollten sie mir eine neue Uhr verkaufen oder Vergleichbares. Neugierig war ich dann aber schon — und habe mal „suppourt“ bei Google eingegeben, um zu sehen, ob diese Schreibung häufig verwendet wird.

Eines der ersten Ergebnisse war das Wordnik-Wörterbuch (oder: Wörterbuchportal). Das hat eine große Seite für suppourt, auf der zwar unter „Definitions“ nur steht „Sorry, no definitions found.“ (analog bei „Etymologies“), aber unter „Examples“ werden doch ein paar aufgelistet:

suppourt (Wordnik)

As a veteren of Oporation Iracky Freidom, I suppourt yur positions on High Skuul edumication. […]

Do to her ethnicity she seems to outcast anyone who doesent suppourt the injustices and oppresion that her precious Israel has bestowed upon this world. […]

In addition, while I doubt that I will get much suppourt here, the backlash against Kelo was somewhat overblown; while it is certainly a cause celebre in some circles, I don’t think that Joe Q. […]

Die Beispiele werden offensichtlich von irgendwelchen Internetseiten geholt und nicht redaktionell überprüft; auch Tweets mit dem entsprechenden (falschen) Ausdruck werden in einem eigenen Bereich angezeigt.

Sucht man sich mal eine Seite häufiger Falschschreibungen des Englischen (z.B. von oxforddictionaries.com) und gibt ein, zwei davon bei Wordnik ein (z.B. appearence oder commitee [siehe auch …]), erhält man wenig überraschend auch zu diesen Falschschreibungen eigene Artikelseiten, die zwar keine Definitionen, aber doch Beispielsätze zeigen, die einem Benutzer das Gefühl geben könnten, das Wort sei so schon ganz richtig, es stehe ja „im Wörterbuch“ und es gebe Beispiele dafür. Bei appearence finden sich sogar noch Einträge im „reverse dictionary“, da in zwei Artikeln der Ausdruck appearence tatsächlich in Wörterbuchtexten vorkommt (jeweils aus der GNU version of the Collaborative International Dictionary of English).

Eine andere Variante ist etwa bei calender zu beobachten, einem Wort, das es im Englischen gibt (dt.: Kalander), das aber auch häufig fälschlich für calendar (dt.: Kalender) verwendet wird. In diesem Fall steht sogar unter „Definitions“: „Common misspelling of calendar“ — aber sämtliche Beispielsätze beziehen sich exakt auf diese Bedeutung, auf den Kalender (z.B. „Desktop calender is nice, download the free version“).

Liebes Wordnik, du schreibst also bis zum Wochenende hundert Mal: Ich darf Beispiele nicht ungeprüft übernehmen, ich darf Beispiele nicht ungeprüft übernehmen …