Das Fastfood, das die Nürnberger erfunden haben, sind — und ich beginne jetzt absichtlich in Hyperhochdeutsch — drei kleine (Nürnberger) Bratwürste in einem Brötchen.

3 im Weggla

Da sich der Nürnberger (und der Mittel- und Oberfranke an sich) offensichtlich nicht vorstellen kann, dass man auch drei einer anderen Art in einem Brötchen versammeln könnte, lässt er das Bratwürste bei der Bestellung aber gleich weg, und anstelle von Brötchen verwendet er eine Verkleinerungsform von Weck, Wecke bzw. Wecken, die mit der regionaltypischen Endung -la („-lein“) gebildet wird: Weckla oder Weggla (der Franke spricht Konsonanten gerne weich aus). Der Nürnberger Fleischsnack heißt also: Drei im Weckla.

Ganz unabhängig von Nürnberg und von Bratwürsten gibt es außerdem im Deutschen noch eine Eigenart bei der Aussprache von Wörtern: Die Endung -er wird fast wie -a ausgesprochen (Sprachwissenschaftler sprechen vom „vokalisierten r“ oder „Tiefschwa“ /ɐ/); Wörter wie Gaukler, Makler oder Entwickler werden „hinten“ also (fast, aber nicht ganz) wie -la ausgesprochen.

Wer Deutsch in Wort und Schrift kann, weiß also, dass Wörter, die hinten -la ausgesprochen werden (oder zumindest sehr ähnlich), in der Schrift -ler auszuschreiben sind. Wer nun den Ausdruck Drei im Weckla hört und diese „Schreibregel“ anwendet, landet bei:

3 im Weckler

3 im Weckler (gefunden bei einem mittelfränkischen Metzga)

(Sprachwissenschaftler sagen dazu übrigens Übergeneralisierung, wenn eine Regel, die in manchen Fällen gilt, fälschlicherweise [aber „logischerweise“] auch auf ähnliche andere Fälle angewandt wird.)