ortsnamenverteilung, das quiz (runde 5: -hagen, -hain, -xngen)

Obwohl die kleine Pause seit der letzten Runde den Gedanken daran vielleicht nahe gelegt hat: Mir sind die Ortsnamenendungen immer noch nicht ausgegangen. Daher eröffne ich heute die fünfte Runde des Ortsnamenendungsverteilungsquiz, wie immer mit freundlicher Unterstützung von CiNaViz, der interaktiven Karte zur Ortsnamenverteilung.

a) Zunächst wieder zwei Ortsnamenendungen und die altbekannte Frage: Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -hagen
  • -hain
Ortsnamen auf -hagen, -hain

Ortsnamen auf -hagen und -hain (Karte: CiNaViz)

b) In der zweiten Teilaufgabe ist die Fragestellung diesmal eine andere: In der folgenden Abbildung ist die Verteilung der Orte, die eine bestimmte Endung aufweisen, angezeigt. Um welche Endung handelt es sich?

  • -angen
  • -ingen
  • -ungen
Ortsnamen auf ...?

Welche Orte sind hier eingezeichnet? (Karte: CiNaViz)

Auflösung (mit der Maus den folgenden Absatz markieren):

Aufgabe a) -hagen: blau, -hain: grün
Aufgabe b) korrekte Antwort: -ungen

Weitere Anmerkungen:

Zu Teilaufgabe a) Die Endung -hagen findet sich überwiegend im norddeutschen Raum, die Endung -hain im mitteldeutschen Raum. Die beiden Endungen sind miteinander verwandt und verweisen auf ein „eingehegtes“ Gebiet: -hain ist aus -hagen entstanden, und zwar durch sogenannte Kontraktion (ähnlich wie z.B. auch die (holde) Maid, mhd. meit, aus mhd. maget ‚Jungfrau‘ entstanden ist). Eine weitere Variante ist -hag, die aber als Ortsnamenendung nur eine geringe Rolle spielt.

Zu Teilaufgabe b) Die Endung -ungen gehört, wie auch -angen, -ingen, -ing usw., zu den Ortsnamenendungen, die Zugehörigkeit (häufig zu einer Person) anzeigen. Während -angen (insgesamt nicht sehr häufig) einen Schwerpunkt im Bundesland Baden-Württemberg hat und -ingen sehr häufig vorkommt, und zwar im Norden, in der Mitte und im Süden der westlichen Hälfte Deutschlands (und in der Schweiz, aber kaum in Österreich), finden sich die Namen auf -ungen besonders in der Mitte Deutschlands. An dieser Stelle kann noch auf die Verteilung der Namen auf -ingen und -ing hingewiesen werden, die ja jede(r) mal bei CiNaViz selbst nachschlagen kann: Faszinierend ist schon, wie hier die Grenze (‚Isoglosse‘) im Süden Deutschlands verläuft. Links des Lechs gibt es kaum einen Ort auf -ing; rechts des Lechs kaum einen auf -ingen, bis dann oberhalb von Donauwörth die Grenzen etwas durchlässiger werden.

Fortsetzung folgt.

Frühere Runden:

Runde 1 (-rade, -rode etc.)
Runde 2 (-stetten, -büttel, -leben, -felde(n))
Runde 3 (-by, -ham u.a.)
Runde 4 (-heid, -moor, -walde, -horst u.a.)

ortsnamenverteilung, das quiz (runde 4: -heid, -moor, -walde, -horst u.a.)

Willkommen bei Runde vier des Ortsnamenendungsverteilungsquiz, mit freundlicher Unterstützung von CiNaViz, der interaktiven Karte zur Ortsnamenverteilung.

a) Für den Anfang nur zwei Ortsnamenendungen, die inhaltlich wenig Gemeinsamkeiten aufweisen, dafür aber beide mit h- beginnen und räumlich relativ eindeutig in Nord und Süd getrennt sind. Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -hofen
  • -horst
Ortsnamen auf -hofen, -horst

Ortsnamen auf -hofen und -horst (Karte: CiNaViz)

b) In der zweiten Teilaufgabe geht es um Ortsnamenendungen, die alle (unterschiedliche) landschaftliche Begebenheiten nennen, die auf die Ortsumgebung zutreffen. Welche Farbe markiert die folgenden Endungen?

  • -heid
  • -moor
  • -walde
Ortsnamen auf -heit, -moor, -walde

Ortsnamen auf -heid, -moor, -walde (Karte: CiNaViz)

Auflösung (mit der Maus den folgenden Absatz markieren):

Aufgabe a) -hofen: blau, -horst: rot
Aufgabe b) -heid: grün, -moor: blau, -walde: rot

Weitere Anmerkungen:

Zu Teilaufgabe a) Der Namensbestandteil -horst, zu finden im Norden Deutschlands (im niederdeutschen Sprachraum), verweist (ähnlich wie die Endungen der Teilaufgabe b) auf landschaftliche Begebenheiten, nämlich auf eine Erhebung in der (feuchten) Umgebung (vgl. auch Wikipedia). Die Endung -hofen dagegen, anzutreffen überwiegend im süddeutschen Sprachraum, enthält den Stamm hof, sie verweist nicht auf eine natürliche Gegend, sondern auf einen durch den Menschen von der Umgebung abgegrenzten Wohnraum, eine Wohnstätte, ein Gehöft (zu lesen oft als ‚der Hof des/bei den Höfen des …‘; siehe auch hier Wikipedia und, weil das hier ja eigentlich das Lexikographieblog ist, noch bei swr.de zu Dudenhofen).

Zu Teilaufgabe b) Die Orte auf -moor versammeln sich überwiegend im Nordwesten, wie auch die (Hoch-)Moore in Deutschland (siehe die Karte auf moor-land.de). Aber auch im Süden, in der Gegend um München, gibt es Moore — und so finden sich dort auch (wenige) entsprechende Ortsnamen. Die Ortsnamen auf -heid, die in dieser Form im Westen Deutschlands ihren Schwerpunkt haben, weisen auf eine Heide, also auf weites, sandiges Land hin. Die Namen auf -walde schließlich, in dieser Form überwiegend im (Nord-)Osten zu finden, sind ebenfalls sprechend und verweisen auf eine waldige Gegend. Waldige Gegenden gibt es zwar woanders auch, das hat sich dann aber nicht in dieser Form in den Ortsnamen niedergeschlagen.

Fortsetzung folgt.

Frühere Runden:

Runde 1 (-rade, -rode etc.)
Runde 2 (-stetten, -büttel, -leben, -felde(n))
Runde 3 (-by, -ham u.a.)

ortsnamenverteilung, das quiz (runde 3: -by, -ham u.a.)

Runde drei des Ortsnamenendungsverteilungsquiz, mit freundlicher Unterstützung von CiNaViz, der interaktiven Karte zur Ortsnamenverteilung — hier geht’s los!

Auch in der dritten Runde geht es wieder darum, die auf den Karten angezeigten Punkt-Flächen der richtigen Ortsnamenendung zuzuordnen:

a) In Runde 2 wurde unter anderem nach den Orten auf -stetten gefragt. In dieselbe Namensgruppe gehören auch die Namen auf -stadt und auf -stedt. In der animierten Karte werden beide Verteilungen angezeigt. Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit welcher Endung?

  • -stadt
  • -stedt
Ortsnamen auf -stadt und -stedt (Karten: CiNaViz)

Ortsnamen auf -stadt und -stedt (Karten: CiNaViz)

b) Und nun die zweite Teilaufgabe — hier wieder drei Namensendungen, diesmal relativ kurze. Sie sind nicht miteinander verwandt. Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -by
  • -ham
  • -ow
Ortsnamen auf -ow, -by und -ham (Karten: CiNaViz)

Ortsnamen auf -ow, -by und -ham (Karten: CiNaViz)

Auflösung (mit der Maus den folgenden Absatz markieren):

Aufgabe a) -stadt: rot, -stedt: blau
Aufgabe b) -by: blau, -ham: rot, -ow: grün

Weitere Anmerkungen:

Zu Teilaufgabe a) Ortsnamen auf -stadt sind zwar auch in anderen deutschsprachigen Gegenden anzutreffen, besonders häufig aber im fränkischen Raum. Vielleicht hat mich das deswegen so erstaunt … als Franke hatte ich einfach angenommen, dass diese gängige Endung in anderen Gegenden genauso häufig vorkommen würde. Die Endung -stedt ist ebenfalls in einem größeren, diesmal aber relativ deutlich begrenzten Streifen anzutreffen, größtenteils in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Thüringen.

Zu Teilaufgabe b) Die Endung -by ist überwiegend an der dänischen Grenze (auch auch noch darüber hinaus in Dänemark) anzufinden; nach Wikipedia ist sie auch ursprünglich dänisch. Die Endung -ow ist typisch für Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (mehr bei Wikipedia). Die Endung -ham schließlich ist eine Variante von -heim, die sich im Südosten Bayerns bis über die österreichische Grenze etabliert hat.

Fortsetzung folgt.

Frühere Runden:

Runde 1 (-rade, -rode etc.)
Runde 2 (-stetten, -büttel, -leben, -felde(n))

ortsnamenverteilung, das quiz (runde 2: -stetten, -büttel, -leben, -felde(n))

Runde zwei des Ortsnamenendungsverteilungsquiz, mit freundlicher Unterstützung von CiNaViz, der interaktiven Karte zur Ortsnamenverteilung, ist hiermit eingeläutet.

Während in Runde eins alle Ortsnamen eine Gemeinsamkeit hatten, nämlich eine Variante der auch im Wort Rodung enthaltenen Wurzel -rod- in der Namensendung, ist dies bei der heutigen Teilaufgabe a) nicht der Fall: Es liegen ganz unterschiedliche, aber regional auch unterschiedlich verteilte Namensbestandteile vor.

a) Es geht um drei Namensendungen: Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -stetten
  • -büttel
  • -leben
xxx

Ortsnamen auf -stetten, -büttel, -leben (Karte: CiNaViz)

b) Und nun die zweite Teilaufgabe — hier nur zwei Namensendungen, die nun aber wiederum miteinander verwandt sind: Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -felde
  • -felden
Ortsnamen auf -felde, -felden (Karte: CiNaViz)

Ortsnamen auf -felde, -felden (Karte: CiNaViz)

Auflösung (mit der Maus den folgenden Absatz markieren):

Aufgabe a) -stetten: rot, -büttel: blau, -leben: grün
Aufgabe b) -felde: rot, -felden: blau

Weitere Anmerkungen:

Zu Teilaufgabe a) Dem vor allem in Schleswig-Holstein und im nördlichen Niedersachsen verbreiteten -büttel wird die Bedeutung ‚Haus, Wohnsitz‘ zugeschrieben. Die Endung -leben (insb. Thüringen und Sachsen-Anhalt) weist wohl auf ein(en) ‚Nachlass, Erbe‘ hin. Das süddeutsche -stetten gehört zur Familie der Ortsnamenendungen auf -stadt, -stett usw.; die Wurzel taucht auch im Substantiv die Stätte auf.

Zu Teilaufgabe b) Beide Endungen, -felde und -felden, gehen auf die Wurzel, die auch im Substantiv Feld (im Gegensatz zu bewaldetem Land) vorliegt, zurück. Die ebenfalls dazugehörige Ortsnamenendung -feld ist im übrigen viel häufiger; sie ist aber nicht auf eine bestimmte Region beschränkt, sondern relativ flächendeckend anzutreffen.

Fortsetzung folgt.

ortsnamenverteilung, das quiz (runde 1: -rade, -rode etc.)

Vor Kurzem hatte ich CiNaViz, die interaktive Karte zur Ortsnamenverteilung, vorgestellt und schon angedroht, dass ich darauf noch würde zurückkommen wollen. Jetzt ist es so weit. Wie der Titel schon verrät, habe ich mich dazu entschieden, die Ortsnamenverteilung in Form von kleinen Rätseln, genauer gesagt von Zuordnungsaufgaben anzugehen.

Beginnen will ich mit einem „Klassiker“ unter den Ortsnamen, nämlich denjenigen, deren Endungen darauf hindeuten, dass sie am Ort einer Rodung entstanden. Der Wortstamm -rod- ist in den Namen der entsprechenden Ortschaften noch erkennbar enthalten, jedoch je nach Region auf eine typische Weise anders. Man kann daher im Prinzip halbwegs abschätzen, in welcher Gegend eine Person lebt, wenn man nur weiß, dass der Wohnort beispielsweise auf -rath endet (Sage mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wo du wohnst …). Man kann. Im Prinzip. Können Sie’s auch? [1]

a) Zum Aufwärmen eine etwas „leichtere“ Aufgabe — evtl. leichter, da die betreffenden (Kern-)Gebiete weiter auseinander liegen und somit auch geographisch deutlicher voneinander abgegrenzt sind: Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -ried
  • -rade
  • -rath
Ortsnamen auf -ried, -rade, -rath

Ortsnamen auf -ried, -rade, -rath (Karte: CiNaViz)

b) Und nun die schwierigere Aufgabe — die (Kern-)Bereiche liegen näher zusammen: Welche Farbe markiert die Ortsnamen mit folgenden Endungen?

  • -reuth
  • -roda
  • -rode
Ortsnamen auf -reuth, -rode, -roda

Ortsnamen auf -reuth, -roda, -rode (Karte: CiNaViz)

Auflösung (mit der Maus den folgenden Absatz markieren):

Aufgabe a) -ried: rot, -rade: blau, -rath: grün
Aufgabe b) -reuth: rot, -roda: grün, -rode: blau

Zur weiteren Veranschaulichung: In der folgenden Animation habe ich die oben genannten und noch weitere Endungen mit gleicher Bedeutung versammelt: Ortschaften, deren Namen auf -rade, -rode, -rath, -roth, -roda, -reuth, -ried und -reith enden (bei -ried ist allerdings zu beachten, dass dieser Namensbestandteil auch auf ein Moorgebiet zurückgeführt werden kann):

Orte, deren Namen (Endungen) auf Rodung hindeuten – Klicken Sie auf das Bild, um die große Version aufzurufen

Orte, deren Namen (Endungen) auf Rodung hindeuten – klicken Sie auf das Bild, um die große Version aufzurufen (Karten: CiNaViz)

Und hier nochmal dieselbe Ortsnamenverteilung in einer statischen Darstellung:

Orte, deren Namen (Endungen) auf Rodung hindeuten – Klicken Sie auf das Bild, um die große Version aufzurufen (Karten: CiNaViz)

Orte, deren Namen (Endungen) auf Rodung hindeuten: -rade: rot, -rode: rosa, -rath: orange; -roth: hellblau; -roda: dunkelblau; -reuth: grün; -ried: gelb; -reith: dunkelgelb. Klicken Sie auf das Bild, um die große Version aufzurufen (Karte auf der Basis von CiNaViz)

Fortsetzung folgt.

[1] Anmerkung: Über die Verteilung von Ortsnamen ist bereits viel bekannt. Selbst auf Wikipedia finden sich brauchbare Seiten zur Herkunft und Verteilung von bestimmten Ortsnamenendungen. Ich stütze mich bei diesen Rätseln aber weniger (oder: sekundär) auf bestehende (sprachwissenschaftliche) Literatur, sondern mehr (oder: zuerst) auf „Verwaltungs-Daten“. Mein Ausgangspunkt ist eine Übersicht des Statistischen Bundesamtes über alle selbständigen Gemeinden in Deutschland (die jeweils aktuelle Version kann hier heruntergeladen werden). Diese Übersicht beinhaltet neben den Ortsnamen u.a. auch die dazugehörigen Postleitzahlen, Regierungsbezirke und Bundesländer. Sie enthält jedoch keine Geo-Koordinaten, keine unselbständigen Ortschaften und sie ist auf Deutschland beschränkt. Für tiefschürfende Ortsnamensforschung ist sie daher kaum geeignet, zum Spielen ist sie aber sehr schön, da man damit u.a. Übersichten zu den Ortsnamen der verschiedenen Bundesländer erstellen kann. Dazu habe ich die Daten beispielsweise dahingehend analysiert, ob eine bestimmte Endung (ein bestimmtes n-Gramm am Ende der Namen) in bestimmten Regionen (z.B. Bundesländern) erkennbar häufiger auftritt als in anderen Regionen. Über das verwendete Verfahren (ausufernde Anwendung des Chi-Quadrat-Tests für sämtliche n-Gramme in der Gegenüberstellung „im Bundesland“ vs. „außerhalb des Bundeslandes“ ohne Korrekturmaßnahmen) würden eingefleischte Statistiker\innen die Nase rümpfen; Ziel war aber fürs Erste keine Aussage über belastbare Signifikanzwerte, sondern nur eine grobe Grundlage zur Hypothesenbildung und -prüfung. Die Praxis hat gezeigt, dass die in der Literatur beschriebenen Namensverteilungen auch in meinen Ergebnissen zutage treten; darüber hinaus haben mich meine Ergebnisse auf einige Ortsnamenendungen aufmerksam gemacht, die mir bis dahin noch nicht bekannt waren. Grafische Unterstützung und Veranschaulichung erlaubt nun eben CiNaViz, das außerdem offensichtlich auch die (oder zumindest viele der) unselbständigen Ortschaften anzeigt und die Tabelle des Bundesamtes damit noch ergänzt.

ortsnamenverteilung grafisch: cinaviz

Ich weiß nicht, ob ich fröhlich oder traurig sein soll: Mit CiNaViz habe ich ein Online-Angebot entdeckt (via sprach-blog.de), das ich (so ähnlich) eigentlich selbst demnächst angehen wollte. Das ist damit dann wohl so gut wie überflüssig. Mal sehen …

CiNaViz steht für „City Name Visualization“, und genau das tut es auch: Im Suchformular gibt man (bis zu drei) Ortsnamen oder Teile von Ortsnamen an, die dann auf einer Google-Maps-Karte durch Marker angezeigt werden. Auf diese Weise können wunderbare Übersichtskarten der Verteilung von Ortsnamen oder Ortsnamenbestandteilen (interessant sind, denke ich, insbesondere die Endungen) erstellt werden. Ein schönes Beispiel, das direkt auf der Seite schon gegeben wird, ist die Verteilung der Ortsnamenendungen „-bach“, „-beck“ und „-bek“:

CiNaViz-bach-beck-bek

Verteilung der Ortsnamenendungen „-bach“ (rot), „-beck“ (blau) und „-bek“ (grün) in den deutschsprachigen Ländern (Quelle: CiNaViz)

Mein Anstoß, mich mit der Thematik zu beschäftigen, war die Frage, die sich mir während einer Zugfahrt durch Sachsen stellte, ob dort nachweislich besonders viele Ortsnamen Zischlaute enthalten. Die folgende Karte zeigt die Verteilung der Ortschaften, in deren Namen die Zeichenkette „zsch“ enthalten ist. Man kann wohl sagen: Meine Frage ist mit „ja“ zu beantworten.

CiNaViz-zsch

Verteilung der Ortsnamen, die die Zeichenkette „zsch“ enthalten (Quelle: CiNaViz)

Eine vorerst letzte Karte noch, Ortsnamen auf „-bronn“, auf „-brunn“ und auf „-born“:

CiNaViz-bronn-brunn-born

Verteilung der Ortsnamenendungen „-bronn“ (blau, überwiegend im Schwäbischen, auch über die unter- und mittelfränkische Grenze hinweg), „-brunn“ (rot, überwiegend in Bayern, im Norden und Osten Österreichs, aber auch im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet) und „-born“ (grün, überwiegend im (west)mitteldeutschen Sprachraum und sporadisch weiter nördlich) (Quelle: CiNaViz)

Mit CiNaViz kann der Laie so viel Spaß haben wie mit den bekannten Nachnamenverteilungs-Karten; die Namensforscherin hat ein Werkzeug zur ersten, grafisch unterstützten Hypothesenbildung und -prüfung. Auch wenn die Ortsnamenforschung schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat und über die Namensverteilung schon viel bekannt ist — wenn ich mir die Verteilung über solche Visualisierungen (die meines Wissens so vorher im Internet nicht zugänglich waren) selbst erschließen kann, habe ich doch mehr davon.

Stichproben mit einigen mir bekannten Weilern und unselbständigen Ortschaften haben keine Lücken in den zugrunde liegenden Geo-Daten gezeigt. Etwas kritisch muss aber angemerkt werden, dass einige der Marker, die ich nachverfolgt habe, bei jeglichem Zoomfaktor nur eine unbeschriftete Ödnis „markieren“, so dass die Genauigkeit und/oder die Nachvollziehbarkeit nicht ganz 100%ig gegeben scheinen. Dennoch — für einen Überblick scheint mir dies ein absolut fabelhaftes Werkzeug zu sein. Es überwiegt also die Fröhlichkeit. Und ich werde in den kommenden Wochen sicherlich noch mehrfach Karten von CiNaViz hier zeigen.

CiNaViz ist ein Projekt von Thomas Zastrow.

hier wohnt der tod

Die Redensart „Aussehen wie der Tod von [Ortsname]“ wird mit unterschiedlichen Ortsnamen verwendet. Hier eine Übersicht*:

Aussehen wie der Tod von XXX (auf die Karte klicken zur Großansicht)

Aussehen wie der Tod von … (auf die Karte klicken zur Großansicht)

  • „Der schaut aus wie der Tod von Eding“ (Altötting) (Quelle)
  • „Du siehst ja aus wie der Tod von Forchheim“ (Quelle)
  • „Du siehst aus wie der Tod von Ippern!“ (oder: Ypern) (Quelle)
  • „He süht ut as de Dood van Lübeck“ (Er sieht aus wie der Tod von Lübeck) (Quelle)
  • „Er sieht aus wie der Tod von Guntau“ (Quelle: Preußische Sprichwörter) [nicht in der Karte]
  • „Er sieht aus wie der Tod von Eylau“ (Quelle: Preußische Sprichwörter)
  • „Du siehst ja aus wie der Tod von Kiwte!“ (Quelle: Ermländischer Wortschatz)
  • „Die Arme sieht ja aus wie der Tod von Basel!“ (Quelle)
  • „Er siehet aus, wie der Tod von Warschau“ (Nachtrag; Quelle)
  • „[Er siehet aus] wie der Tod von Dirschau“ (Nachtrag; Quelle)

* Hinweis: Für diese Orte habe ich mindestens einen Treffer ergoogelt und diesen dann gar nicht erst weiter verifiziert.

sprachatlanten und namenskarten

Inhalt: atlanten und sprachkarten zur deutschen sprache/deutschen dialekten | namenskarten (deutsch) | ZEIT: deutschlandkarten mit sprachlichem bezug | atlanten und karten zu anderen sprachen

atlanten und sprachkarten zur deutschen sprache/deutschen dialekten

Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA)
Aktuell, basiert auf Angaben von Freiwilligen

Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards (AADG)

Digitaler Wenker-Atlas (DiWA)

Dialektkarte.de
Interaktiver Dialektatlas mit Möglichkeit eigener Beteiligung

BayDat: Die bayerische Dialektdatenbank

Sprechender Sprachatlas von Bayern

Sprechender Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben

Deutsche Dialekte im Alpenraum

Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ) electronically mapped (dbo@ema)

Audio-Atlas Siebenbürgisch-Sächsischer Dialekte (ASD)

Digitaler Luxemburgischer Sprachatlas (LuxSA)

namenskarten (deutsch)

Genevolu
Verteilung von Familiennamen

Geogen
Verteilung von Familiennamen

verwandt.de: Karte zum Namen
Verteilung von Familiennamen

CiNaViz: Visualisation of European City Names
Verteilung deutscher (Standardansicht) und europäischer Ortsnamen. Von Thomas Zastrow.

Ortsnamen.ch
Schweizer Ortsnamenforschung

ZEIT: deutschlandkarten mit sprachlichem bezug

In der Rubrik „Deutschlandkarte“ des ZEIT-Magazins werden wöchentlich regionale Unterschiede kartiert, gelegentlich auch sprachliche:

atlanten und karten zu anderen sprachen

Linguistic maps from Muturzikin.com

The World Atlas of Language Structures (WALS) Online

World Loanword Database (WOLD)

Atlas of Pidgin and Creole Language Structures
APiCS Online (Atlas of Pidgin and Creole Language Structures)
The Atlas of Pidgin and Creole Language Structures (APiCS)

UNESCO Atlas of the World’s Languages in Danger

Endangered Languages
Ein Projekt der Alliance for Linguistic Diversity

Language Landscape
Language Landscape is a tool for mapping where languages are spoken around the world. The website enables everyone with an internet connection to add language recordings to a world map.

World Family Names

Map of the most common surnames in Europe 2011
via Twitter: @Amazing_Maps

American English Dialects

The Atlas of North American English. Phonetics, Phonology and Sound Change

The World Atlas of Varieties of English – Online

A Handbook of Varieties of English. A Multimedia Reference Tool
Volume 1: Phonology; Volume 2: Morphology and Syntax

2011 Language Mapper Tool – U.S Census Bureau
Data on speakers of languages other than English and on their English-speaking ability provide more than an interesting portrait of our nation. Routinely, these data are used in a wide variety of legislative, policy, legal, and research applications.

Atlas of True Names

Great Britain Family Names

The Nordic Atlas of Language Structures Online (NALS)

The Dialect Atlas of Newfoundland and Labrador

The Algonquian Linguistic Atlas
Algonkin-Sprachen

ABC Online Indigenous – Interactive Map
Sprachen der Aborigines in Australien

Ethnologue
A searchable database of language resources

The Global Lexicostatistical Database

„Etymology Maps“
Überwiegend Karten zu einzelnen Wörtern

Endonym Map
Weltkarte mit Ländernamen in der jeweils landesspezifischen Sprache

wikipedialisten acht

In wikipedialisten sieben hatte ich mich um die ersten und letzten 15 Buchstaben gekümmert, in wikipedialisten acht stehen nun die ersten und letzten 25 Buchstaben unter Beobachtung. Die Titel werden mit zunehmender Länge natürlich immer expliziter und weniger, diese Reihe der Wikipedialisten wird nun auch bald abgeschlossen sein. Die ersten und letzten 20 erspare ich uns, denn sie bringen bei den Anfangsbuchstaben gegenüber den 15 nichts wesentlich Neues und bei den Endbuchstaben wird die Liste doch stark von Titeln der Form „xy (Begriffsklärung)“, und aus „xy“, also nur zwei Buchstaben, lässt sich nicht so viel erschließen.

Auch die ersten und letzten 25 bringen wenig Neues zum Vorschein, sie bestätigen vielmehr einigermaßen gut nachvollziehbar die Aussagen aus dem letzten Wikipedialisten-Eintrag:

Liste_der_Staatsoberhäupt — 1147
Liste_der_Kulturdenkmäler — 1092
Liste_der_Nummer-eins-Hit — 862
Olympische_Sommerspiele_1 — 745
Liste_der_Baudenkmale_in_ — 672
Liste_der_Baudenkmäler_in — 555
Liste_der_Kulturdenkmale_ — 552
Liste_der_Mitglieder_des_ — 531
Fußball-Weltmeisterschaft — 520
Olympische_Sommerspiele_2 — 400
Olympische_Winterspiele_1 — 334
Schweizer_Fussballmeister — 228
Olympische_Winterspiele_2 — 222
Liste_der_Wappen_im_Landk — 216
Fußball-Europameisterscha — 209
Liste_der_Abgeordneten_zu — 169
Liste_der_olympischen_Med — 157
Liste_der_Erzbischöfe_von — 156
Liste_der_Ehrenbürger_von — 151
Sommer-Paralympics_2008/T — 150
Internationale_Filmfestsp — 149
Deutsche_Gesellschaft_für — 143
Liste_der_Kardinalskreier — 130
Liste_der_Universitäten_i — 130
Eishockey-Weltmeisterscha — 128
Deutsche_Schwimmmeistersc — 122
Liste_der_Persönlichkeite — 121
Liste_der_Söhne_und_Töcht — 118
Römisch-katholische_Kirch — 113
Liste_der_Wappen_in_der_P — 108
Liste_der_Gouverneure_von — 107
Verwaltungsgemeinschaft_S — 104
Österreichische_Fußballme — 101
Fußballnationalmannschaft — 99
Ergebnisse_der_Kommunalwa — 98
Liste_der_Kantone_im_Dépa — 98
Liste_der_Gemeinden_im_Dé — 98
Liste_der_Olympiasieger_i — 91
Football_League_First_Div — 90
Liste_der_Mitglieder_der_ — 89
Biathlon-Weltmeisterschaf — 88
Liste_der_Premierminister — 87
Einwohnerentwicklung_von_ — 85
Liste_der_Gemeinden_in_de — 84
Primera_División_(Spanien — 80
Liste_der_Orte_im_Landkre — 80
Liste_der_größten_Unterne — 79
Liste_der_Bürgermeister_v — 78
Fußball-Afrikameisterscha — 77
Verwaltungsgemeinschaft_B — 76

Und „von hinten“:

Fußballnationalmannschaft — 296
ussballnationalmannschaft — 188
m_Eurovision_Song_Contest — 117
undesrepublik_Deutschland — 116
onalmannschaft_der_Frauen — 116
andballnationalmannschaft — 100
onalmannschaft_der_Herren — 88
ionalmannschaft_der_Damen — 84
n_den_Vereinigten_Staaten — 77
shockeynationalmannschaft — 67
ademie_der_Wissenschaften — 67
er_Eisenbahn-Gesellschaft — 63
Meisterschaft_(Badminton) — 58
ckey_League_All-Star_Game — 57
n_(Deutsches_Kaiserreich) — 55
-Union-Nationalmannschaft — 52
erie-Division_(Wehrmacht) — 50
_Hohenzollern-Sigmaringen — 47
igten_Staaten_von_Amerika — 47
utschen_Bundespost_Berlin — 46
_(Vereinigtes_Königreich) — 46
II._Gesetzgebungsperiode) — 46
n_der_Vereinigten_Staaten — 45
(Verwaltungsgemeinschaft) — 43
in_Mecklenburg-Vorpommern — 40
n_Demokratischen_Republik — 40
onisten_klassischer_Musik — 40
im_Vereinigten_Königreich — 38
en_Orden_und_Ehrenzeichen — 38
alistische_Sowjetrepublik — 36
lmannschaft_(U-21-Männer) — 34
g_der_Vereinigten_Staaten — 34
ketballnationalmannschaft — 34
scher_Meister_(Eishockey) — 33
n_Bosnien_und_Herzegowina — 33
_der_Deutschen_Bundespost — 32
_Sachsen-Coburg_und_Gotha — 32
Braunschweig-Wolfenbüttel — 32
e_der_Vereinigten_Staaten — 31
ische_Botschaft_in_Berlin — 31
n_der_Volksrepublik_China — 30
International_(Badminton) — 29
en_in_Nordrhein-Westfalen — 28
ternational_Film_Festival — 27
nale_Grafschaftsgemeinde) — 27
t_der_Vereinigten_Staaten — 27
en_(Stockholm_Tunnelbana) — 27
andes_Nordrhein-Westfalen — 26
r_der_Vereinigten_Staaten — 25
rtschaftswissenschaftler) — 25

Ich will mir nur ein paar wenige Einträge genauer ansehen: Unter „Liste der Mitglieder des“ (von „vorne“) findet man insbesondere Mitglieder von Landtagen, Parlamenten und anderer politischer Einrichtungen. Herausstechend sind da fast nur die Liste der Mitglieder des Deutschen Herrenklubs (wenn auch politisch), die Liste der Mitglieder des Internationalen Seegerichtshofs oder — sprachwissenschaftlich interessant — die Liste der Mitglieder des Pegnesischen Blumenordens. Von „hinten“ stehen unter „er_Eisenbahn-Gesellschaft“ die Eisenbahngesellschaften unterschiedlicher Orte, das „er“ ist also das adjektivische Suffix von Ortsnamen. Unter „erie-Division_(Wehrmacht)“ verbergen sich Infanterie-Divisionen. Und unter „en_(Stockholm_Tunnelbana)“ finden sich mehrere Stationen der Stockholmer U-Bahn. Das meiste andere ist selbsterklärend. Man sieht aber schon, insbesondere bei den Endbuchstaben, dass die Anzahl von Artikeln mit gleichen Titelteilen geringer wird: Eine Liste von 25 „rtschaftswissenschaftlern“ lohnt kaum noch die genauere Analyse.

Auf Wiedersehen.