Das Wort ungooglebar darf es nicht geben. Zumindest nicht auf Schwedisch, in der schwedischen Neuwortliste, in der allgemeinen Bedeutung ’nicht mit einer Suchmaschine im Internet auffindbar‘ — wenn es nach Google geht. Laut den Berichten habe Google darauf bestanden, explizit in der Bedeutungserklärung genannt zu werden. Der schwedische Sprachenrat habe sich statt dessen dazu entschlossen, das Wort ogooglebar von der Neuwortliste zu streichen (siehe auch: Google äger inte språket!, sprakradet.se). Allerdings kann niemand den Schwedinnen und Schweden verbieten, das Wort trotzdem in einem allgemeinen Sinn zu verwenden. Und, wer weiß, vielleicht wird der Ausdruck durch dieses „Verbot“ erst noch richtig bekannt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Google versucht, Einfluss auf die Sprachdokumentation auszuüben: Während das Verb googeln in der 23. Auflage des deutschen Rechtschreib-Dudens (2004), also bei seiner ersten Aufnahme, noch etwas allgemeiner erklärt wurde als ‚im Internet, bes. in Google suchen‘, wurde die Bedeutungserklärung auf Betreiben des Suchmaschinenunternehmens in der 24. Auflage (2006) geändert und eingeschränkt zu ‚mit Google im Internet suchen‘.

Auch andere Unternehmen versuchen immer wieder, missliebige Wörterbucheinträge zu ändern oder zu entfernen:

McDonald’s wehrte sich — offensichtlich erfolglos — gegen den Eintrag McJob für einen ’schlecht bezahlen Beruf mit geringen Aufstiegschancen‘ in englischen Wörterbüchern; siehe dazu etwa spiegel.de (2003), spiegel.de (2007).

In den Niederlanden hat Microsoft — anscheinend erfolgreich — versucht, die Bedeutungserklärung des dort im Sinne von ‚chatten‘ verwendeten Verbs msn’en im Van-Dale-Wörterbuch derart zu beeinflussen, dass (wie bei Google) ebenfalls das unternehmenseigene Produkt MSN mit in die Erklärung aufgenommen wird.

Hierzulande stehen andere Ausdrücke zwar mit einer Warenzeichen-Markierung im Wörterbuch, nicht aber mit einem expliziten Bezug auf die Marke oder das dahinter stehende Unternehmen in der Bedeutungserklärung, siehe etwa Tempotaschentuch, Walkman oder Bulldog.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, die den anderen Weg gehen wollen: So versuchte der Schokoriegelhersteller Mars (bzw. wer auch immer dahintersteckt) vor einigen Jahren, den Ausdruck delight per Werbe-Kampagne ins Wörterbuch zu bugsieren. Das war allerdings ebenso platt wie erfolglos.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Eintrags hatte ich das Wort Google in der Duden-Bedeutungserklärung zu googeln (24. Aufl. 2006) mit einer Warenzeichen-Markierung ‚®‘ versehen. Diese Markierung steht an dieser Stelle nicht im Wörterbuch; sie steht beim folgenden Lemma Google®.

Nachtrag und Ergänzung: Warum tut Google das? – And Now Google Tries To Control The Dictionary (forbes.com):

You can lose a trademark (like, say, “Google”) if you don’t use it. But you can also lose it if everyone uses it to the point that it becomes just another word in the language, as hoover, aspirin and others have done in English. And that’s what Google is doing here: they’re saying it’s just fine to create a portmanteau word containing Google (or google). But it must actually refer to Google itself, rather than the generic act of searching or the use of any search engine. For if “ungoogleable” becomes just a general word in the language for “not searcheable” then this will diminish Google’s trademark.

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