die beliebtesten ländernamen 2015

Die beliebtesten Vornamen 2015 sind schon bekannt, ebenfalls die beliebtesten Passwörter und das beliebteste Emoji 2015. Eine Jahresendliste fehlt aber definitiv noch: Wie wurden wohl neu gegründete Länder im ablaufenden Jahr am liebsten benannt?

Nach drei Minuten Google-Suche Anwendung hochwissenschaftlicher Analysemethoden und unter Zuhilfenahme der didaktischsten deskriptiven Statistik, die derzeit verfügbar ist, kann ich nun das Ergebnis präsentieren. Und das hält gleich eine Überraschung bereit: Den ersten Platz der Top 3 der beliebtesten Namen neu gegründeter Länder 2015 teilen sich drei Ländernamen, die jeweils genauso oft vergeben wurden, nämlich genau ein Mal:

Wollen Sie 2016 auch einen neuen Staat gründen? Lassen Sie sich doch inspirieren!

Damit allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins neue Jahr 2016!

Die beliebtesten Ländernamen 2015

weih[nacht]gedanken

Ein Service für alle, die noch auf der Suche nach Weihnachtswortspielen für den geselligen Teil der Feierlichkeiten sind. Aber auch für die ruhigeren Momente: Fügt sich da nicht schnell etwas im Kopf zusammen? Nehmen wir uns kurz Zeit für ein paar Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Und dann hat es mit der Besinnlichkeit auch schnell wieder ein Ende.

weihnachtaktiv
Weihnachtangriff
weihnachtanken
Weihnachtarbeit
Weihnachtasyl
Weihnachtblindheit
weihnachteilig
Weihnachtfahrverbot
Weihnachtgespenst
Weihnachtigall
Weihnachtisch
Weihnachtklinik
Weihnachtlokal
Weihnachtportierin
weihnachtragend
Weihnachtragsetat
weihnachtrauern
weihnachtreten
weihnachträglich
Weihnachtschattengewächs
Weihnachtschweiß
Weihnachtsichtgerät
Weihnachtspeicherofen
weihnachtwandeln
Weihnachtwächterstaat
Weihnachtachser
weihnachteckig
weihnachteinhalb
Weihnachtelfinale
Weihnachtelliter
weihnachtenswert
Weihnachterbahn
Weihnachtungsapplaus

Von der Arschgeweihnacht und den Christmettenden ganz zu schweigen.

(Wortkreuzungsautomat)

Father Christmas riding a goat Father Christmas riding a goat

Bildnachweis: Wikimedia Commons, gemeinfrei

heute rieche ich mal nach nachtflug

Aus der Sicht von Werbetreibenden ist ein Duschgel vermutlich nicht einfach etwas, das im Idealfall sauber macht und besser riecht als man selbst nach einer Stunde sportlicher Betätigung – ein Duschgel transportiert statt dessen eine ganze Lebenseinstellung und öffnet die Tür zu einem Universum cooler Freshness (oder so). Und das muss sich natürlich auch irgendwie sprachlich ausdrücken. Im Folgenden die Bezeichnungen von Duschgels, explizit “For Men”, von einem guten Dutzend bekannter und verbreiteter Hersteller:

  • Active Clean
  • Africa
  • Alaska
  • Anti-Hangover
  • Apollo
  • Aqua Impact
  • Attraction Force
  • Berlin
  • Black
  • Champion Energy
  • Clean Comfort
  • Cool Water
  • Dark Passion
  • Dark Temptation
  • Deep Blue
  • Dynamic Pulse
  • Energising
  • Energy
  • Excite
  • Extra Fresh
  • Extreme Power
  • Feel Happy
  • For Men
  • Fresh Awake
  • Generation
  • Go
  • Gold Temptation
  • Hollywood
  • Homme
  • Homme Extreme
  • Ice Dive
  • Jump
  • Kick off
  • Kicker Team
  • London
  • Malibu
  • Marine
  • Mature
  • New York
  • Nightflight
  • Noire
  • Orange
  • Original Care
  • Outstanding
  • Peace
  • Play It Wild
  • Power Refresh
  • Prime League
  • Pure
  • Red
  • Refreshing
  • Revitalising Sport
  • Sensitive
  • Sensitive Clean
  • Simply You
  • Soulmate
  • Speedster
  • Sport
  • Sport Double Power
  • Superior
  • Team Five
  • The Brilliant Game
  • The Game
  • The Scent
  • Thrill Man
  • UEFA Champions League
  • Urban Nature
  • VIP
  • VIP Platinum Edition
  • Wake up Kick
  • Xtra Cool

Sag mir, wie Dein Duschgel heißt, und ich sage Dir, wer Du bist. Können Sie sich unter diesen Namen irgendetwas vorstellen? Ich mag ja Duschgels, die beispielsweise “Grapefruit” heißen.

Dusche

unscheinbar – scheinbar

(a) Eine nicht gerade unscheinbare Frau zog alle Blicke auf sich.

(a’) Eine scheinbare Frau zog alle Blicke auf sich.

Nota bene: Das Gegenteil von unscheinbar ist nicht scheinbar.

Besser gesagt: Das Gegenteil von unscheinbar ist nicht mehr scheinbar: Im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm sind noch zahlreiche Belege und Lesarten für scheinbar gesammelt (u.a. “schön, prächtig; in die augen fallend, sichtbar, wahrnehmbar, deutlich erkennbar, ersichtlich”), in denen scheinbar in einem von scheinen ‘leuchten, glänzen’ geerbten Bedeutungsrahmen verwendet wird. Auch im DWB steht aber bereits die Bedeutung “was nur dem scheine nach existiert, nicht wirklich, trügerisch, wesenlos, vergeblich, erdichtet u.s.w. diese bedeutung ist jetzt die üblichste”. Das Gegenteil von unscheinbar ist heute daher auffällig (oder vergleichbare Ausdrücke) – und die “typische” Gegensatz-Wortbildung von auffällig, nämlich unauffällig, ist entsprechend ein Synonym von unscheinbar.

Scheinbar ganz logisch, oder?

pfefferminzmilch

Pfefferminzmilch. Das Getränk für die Freunde der zweiten Lautverschiebung. Ende der Durchsage.*

Quelle: http://presstogetherjuice.com

Peppermint Milk. Bildquelle: http://presstogetherjuice.com

* Die in der Sprachgeschichte bewanderten Leserinnen und Leser dieses Blogs haben den Scherz schon verstanden und hören jetzt auf zu lesen. Für alle, die den Einführungskurs in die historische Linguistik (des Deutschen) noch nicht belegt haben, wird jetzt der Scherz erklärt, was ihn bekanntermaßen vollkommen ruinieren wird:

Als zweite (oder [alt-]hochdeutsche) Lautverschiebung wird ein Lautwandelprozess in der deutschen Sprachgeschichte bezeichnet, in dessen Verlauf sich die Aussprache von Wörtern mit den Konsonanten p, t und k im (hoch)deutschen Sprachraum relativ systematisch änderte, während vergleichbare Wörter anderer germanischer Sprachen (z.B. im Englischen) die Aussprache von p, t und k beibehielten.**

Die lautlichen Änderungen erfolgten abhängig von der Position von von p, t und k im betreffenden Wort (z.B. im Anlaut oder Auslaut, vor oder nach einem Vokal oder Konsonant). So wurde, eben je nach Position, aus einem vor-hochdeutschen p-Laut ein althochdeutsches pf oder ff, aus einem t-Laut ein althochdeutsches ts oder ss, aus einem k wurde ein ch (oder blieb k). Und deshalb stehen einander noch heute gegenüber:

Englisch: Peppermint Milk

Deutsch: Pfefferminzmilch

Woran man auch erkennt, dass die Bestandteile dieses zweifellos schmackhaften Getränks bereits vor der zweiten Lautverschiebung, die etwa um 500 n.Chr. einsetzte, im (hoch)deutschen Raum vorhanden sein mussten: Pfeffer, ahd. pheffur, pheffar, vor althochdeutscher Zeit entlehnt aus dem Lateinischen: piper; Minze, ahd. minza, ebenfalls aus dem Lateinischen: menta; und Milch, ahd. miluh, aus der (erschlossenen) germanischen Wurzel *meluk (siehe dwds.de, Etymologisches Wörterbuch).

Oben steht übrigens deswegen ausdrücklich “(hoch)deutsch”, weil diese Lautverschiebung im niederdeutschen Raum (“Plattdeutsch”) nicht eingetreten ist. Und auch im hochdeutschen (also mittel- und oberdeutschen) Raum sind die einzelnen Teilprozesse keinesfalls überall flächendeckend durchgeführt. Die unterschiedliche Ausprägung der Teilprozesse der zweiten Lautverschiebung in den verschiedenen deutschsprachigen Gegenden ist daher ein wichtiges Kriterium bei der Einteilung des Deutschen in unterschiedliche Dialekte.

** Dies ist nur ein sehr kurzer, unvollständiger und oberflächlicher Anriss der zweiten Lautverschiebung. Etwas ausführlichere Überblicksdarstellungen gibt es online beispielsweise

Kristin Kopf hat außerdem schon vor Jahren in ihrem Schplock (jetzt Sprachlog) einen schönen Beitrag über die zweite Lautverschiebung und ihren Einschlag beim Wort Pfingsten geschrieben: Von Pentekoste zu Pfingsten: Die 2. Lautverschiebung schlägt zu.

kleiber

Der Kleiber ist ein Vogel aus der Ordnung der Sperlingsvögel, putzig und auch aus sprachlicher Perspektive einen Blick wert.

Etymologisch hängt Kleiber mit (ver-)kleben zusammen. Nach Duden und dem Etymologischen Wörterbuch von Kluge heißt der Vogel so, “weil der Vogel den Eingang zu seiner Bruthöhle mit Lehm enger macht” (duden.de). Kleiber war auch einmal eine Berufsbezeichnung, die etwa noch in Adelungs Grammatisch-Kritischem Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart festgehalten ist:

Der Kleiber, […] die Kleiberinn, eine Person, welche kleibet; besonders in der zweyten Bedeutung des Activi, wo Kleiber und Kleiberinnen diejenigen Personen sind, welche die hölzernen Wände mit Lehm ausfüllen, oder solche kleiben. In einigen Gegenden werden sie Leimklicker oder vielmehr Lehmklicker genannt. (2. Ausgabe, 1793–1801)

Wer, wie ich, diesen Vogel einmal an einer Hauswand senkrecht hat hochspazieren sehen, könnte auf den Gedanken kommen, dass die Bezeichnung Kleiber daher kommt, dass der Vogel am Baum oder – im angesprochenen Fall – an der Hauswand zu kleben scheint (man ist ja vor Volksetymologie nicht ganz gefeit). Duden und Kluge unterstützen diese Interpretation nicht, aber im Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer auf dwds.de liest man:

der Name läßt sich daraus erklären, daß der Vogel die Öffnung seines Nestes bis auf ein kleines Flugloch mit Lehm und Speichel verklebt; doch ist auch eine Anknüpfung an die intransitive Bedeutung ‘festkleben, sich anklammern’ (vgl. anord. klīfa ‘klettern’) denkbar, so daß Kleiber als ‘Kletterer’ gedeutet werden kann […].

Kleiber, Fotograf: Francesco Veronesi, Quelle: Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA-2.0

Kleiber, Fotograf: Francesco Veronesi, Quelle: Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA-2.0

Im Wörterbuchartikel lesen wir, dass der Kleiber “zu den Spechtmeisen” gehöre. Laut Duden und Wikipedia bezeichnet Spechtmeise dasselbe wie Kleiber:

Der Kleiber wird auch „Spechtmeise“ genannt, da seine Lebensweise und sein Aussehen an beide Vögel – Spechte und Meisen – erinnert.

Adelung, aus dessen Wörterbuch oben bereits zitiert wurde, kennt Kleiber übrigens nur als Berufsbezeichnung. Wenn man in demselben Wörterbuch aber unter Spechtmeise nachschlägt, liest man dort: „in einigen Gegenden ein Nahme des Nußhackers, weil er einer Meise ähnlich ist, aber wie ein Specht auf die Bäume klettert.“ Und der Nusshacker bringt uns nun ins Englische, denn dort heißt der Kleiber (Eurasian) Nuthatch – „probably so called from its habit of breaking open and eating nuts; from nut + second element related to hack (v.) and hatchet.“ (etymonline.com).

Im Deutschen scheint Nusshacker aber inzwischen nicht mehr gebräuchlich zu sein; ebensowenig Blauspecht, wie der Kleiber in anderen, älteren Nachschlagewerken auch noch genannt wird (z.B. Deutsches Wörterbuch, Meyers Großes Konversationslexikon 1905–1909; in Dudens Rechtschreib-Wörterbuch letztmalig in der zehnten Auflage von 1929). Letztere Bezeichnung, die laut Wikipedia früher auch für den Eisvogel verwendet wurde, findet sich kurioserweise aber noch als Kompositum im Eintrag zu Specht in Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache und hat es so auch irgendwie in The Free Dictionary geschafft.

Abschließend noch ein Zitat aus Wikipedia zur “Stimme” des Kleibers. Das Zitat sollten Sie sich auf jeden Fall laut selbst vorlesen, vor allem, wenn Sie gerade mit Kolleg\inn\en in einem Büro sitzen:

Der Gesang besteht aus mehreren, lauten Strophen unterschiedlichen Typs, die von einer erhöhten Sitzwarte aus vorgetragen werden. Meist sind es langsame Folgen gleicher Pfeiftöne, die etwas an- oder absteigen können, etwa wie „wuih wuih wuih wuih…“ oder „wiiü wiiü wiiü wiiü …“. Manche Varianten der Strophen können auch schnell, klar und trillernd, etwa wie „wiwiwiwiwiwi…“, oder langsamer und rhythmischer gereiht, wie „djüdjüDJÜ djüdjüDJÜ“, klingen.

Dieser Beitrag ist dem Kleiber – oder seinem Zwilling oder seiner Nachkommenschaft in soundsovielter Generation – gewidmet, der seit Jahren allzeit fröhlich den Baum vor meinem Fenster hinauf und hinab klettert, während ich, am Schreibtisch sitzend, ihm ebenso fröhlich dabei zusehe.

langenscheidt-wörterbücher online

Bei Langenscheidt hat man das Online-Angebot kräftig aufpoliert und bietet nun zweisprachige Wörterbücher “Deutsch–Fremdsprache/Fremdsprache–Deutsch” sowie ein Fremdwörterbuch in ansprechendem Design. Endlich.

Bei den Fremdsprachen stehen zur Auswahl: Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Dänisch, Griechisch, Niederländisch, Russisch, Schwedisch und Tschechisch. Laut Angaben auf Facebook sind weitere Sprachen in Vorbereitung.

Langenscheidt OnlineIn das Angebot eingebunden werden auch externe Quellen wie OpenThesaurus.de für Synonyme (Deutsch), WordNet (Syonyme Englisch) u.a.m.

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